Die Entscheidung
den Krieg nicht verlieren, aber seine Weiterführung würdeden Untergang der Kulturwelt herbeiführen. Der Kriegmuß zu Ende gebracht werden, um die Welt vor einerKatastrophe zu bewahren."
Solche Worte aus der Feder eines britischen konser-vativen Führers, eines Mannes, dem pazifistische Gedanken-gänge fernlagen, der auf den Grundsätzen des britischenImperialismus stand und praktisch- imperialistische Politikgemacht hatte, erregten natürlich in der ganzen Weltdas größte Aufsehen. Beifall und Widerspruch waren inden alliierten Ländern geteilt. Am heftigsten griff diefranzösische Presse Lord Lansdowne an, da sie ein Ab-rücken der britischen Politik von den französischenEroberungszielen befürchtete. Bei uns und unseren Ver-bündeten erweckten die Äußerungen des Lords neue Hoff-nung auf einen gerechten Verständigungsfrieden. DerStaatssekretär von Kühlmann äußerte im Hauptausschuẞdes Reichstags am 30. November 1917, vielleicht könne derLansdowne- Brief ,, als ein hoffnungsvolles Zeichen dafüraufgefaßt werden, daß auch in England gemäßigte StimmenBoden gewinnen".
Aber bald erwies sich der Brief Lansdownes als dieStimme eines Predigers in der Wüste. In England selbstwurde er, ohne Widerspruch bei seinem Urheber zu finden,in einer Weise zurechtkommentiert, die den ursprünglichenEindruck nahezu in sein Gegenteil verkehrte. Am 15. De-zember erklärte Lloyd George in öffentlicher Rede, der356