Wilsons Botschaft vom 5. Dezember 1917
und friedliche Entwicklung. Aber für die edle undgerechte Sache, für die Amerika seinen Traditionen gemäßin den Krieg eingetreten sei, werde es sich schlagen, bisder letzte Schuß verhallt sei.
Wie schon in seiner Antwort auf den Friedensvorschlagdes Papstes, so suchte der Präsident Wilson bei demdeutschen Volke, für dessen Ohren diese Botschaftmindestens ebensosehr bestimmt war wie für die Ohrenseiner unmittelbaren Zuhörerschaft, den Eindruck zuerwecken, als gelte der Krieg Amerikas nur den ,, HerrenDeutschlands", und diesen in aller Unerbittlichkeit, nichtaber dem deutschen Volke selbst, für das er seine Sym-pathie und Bewunderung ausdrückte; als hänge es nurvon dem deutschen Volk ab- in dessen innere Angelegen-heiten er sich beileibe nicht einmischen wolle!-, durchDavonjagen seiner ,, Herren" zu einem Frieden der unpar-teiischen, Freund und Feind mit gleichem Maße messendenGerechtigkeit zu kommen. In späteren Reden und Bot-schaften, hat er denselben Faden weitergesponnen. Dashart geprüfte, unter den Opfern und der Last des Kriegesschwer leidende deutsche Volk horchte allmählich auf.Nicht nur in einfältigen Gemütern fanden die verführe-rischen Worte Wilsons Eingang; auch ein großer Teilder ,, Intelligenz" und derjenigen Leute, die bei uns dieRolle von Politikern spielten, sich selbst für Politikerhielten und dafür halten ließen, kam allmählich dazu, inWilsons Worten Offenbarungen zu hören. Mit besonderer
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