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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Rede Wilsons vom 11. Februar 1918

Aktion und einer internationalen Beratung. Die von demKanzler vorgeschlagenen Methoden seien diejenigen desWiener Kongresses. Dahin gebe es keine Rückkehr. DerKampf gehe um eine neue internationale Ordnung, auf-gebaut auf den weiten und allumfassenden Grundsätzenvon Recht und Gerechtigkeit, nicht um einen bloßenFlickfrieden. Der Weltfrieden hänge von der gerechtenSchlichtung eines jeden der verschiedenen von ihm for-mulierten Probleme ab. Diese Probleme könnten nichtgetrennt für sich und in verschiedenen Ecken behandeltwerden; was den Frieden berühre, das berühre die Mensch-heit. Auf die Reichstagsresolution vom 19. Juli 1917hinweisend, erklärte er: Es soll keine Annexionen geben,keine Kriegsentschädigungen, keinen strafweisen Schaden-ersatz. Kein Volk soll durch eine internationale Kon-ferenz oder durch Abmachungen zwischen Rivalen undGegnern von einer Staatshoheit an eine andere ausgeliefertwerden. Nationale Ansprüche müssen beachtet werden,die Völker dürfen nur noch mit ihrer eigenen Zustimmungbeherrscht und regiert werden. Das ,, Selbstbestimmungs-recht" ist nicht eine bloße Redensart. Es ist ein ge-bieterischer Grundsatz des Handelns, den die Staats-männer künftig nur noch auf eigene Gefahr miẞachtenwerden.

Auf die auffallende Anregung des Grafen Czernin, ob nichtein Meinungsaustausch zwischen Österreich- Ungarn undder Union den Weg zu allgemeinen Friedensverhandlungen

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