Die Entscheidung
in einer neuen Ansprache an den Kongreß. Da auch dieseAnsprache als eine der von uns und den Feinden ange-nommenen Grundlagen des abzuschließenden Friedensvon Bedeutung ist, sei das Wesentliche ihres Inhaltswiedergegeben.
Er machte zunächst eine Unterscheidung zwischen denbeiden gegnerischen Staatsmännern. Graf Czernin bekameine gute Zensur: Er habe in freundlichem Ton gesprochen,scheine die Grundlagen des Friedens mit klarem Blick zuerkennen und fühle offenbar, daß Österreich auf die vonden Vereinigten Staaten aufgestellten Kriegsziele leichterals Deutschland eingehen könne; er würde wahrscheinlichnoch weitergegangen sein, wenn er nicht auf ÖsterreichsBündnis und seine Abhängigkeit von Deutschland Rück-sicht hätte nehmen müssen. Graf Hertling bekam eineschlechte Zensur: Seine Antwort sei sehr unbestimmt undsehr verwirrend; sie sei voll von zweideutigen Sätzen; essei unklar, worauf sie hinauswolle; aber sicher sei, daß siein einem ganz anderen Ton als diejenige des Grafen Czerningehalten sei, und offensichtlich verfolge sie auch einenentgegengesetzten Zweck. Die Rede bestätige den unglück-lichen Eindruck der Brester Verhandlungen. HertlingsErörterung und Annahme von Wilsons allgemeinen Grund-sätzen führe ihn nirgends zu einer greifbaren Folgerung;er weigere sich, sie auf die wesentlichen Punkte anzuwenden,die den Inhalt einer jeden endgültigen Regelung bildenmüßten. Er sei mißtrauisch gegenüber einer internationalen
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