Beschlüsse des Obersten Kriegsrates
2. Februar 1918 tagte in Versailles der Oberste Kriegsratder Entente. Über das Ergebnis seiner Beratungen wurdeeine amtliche Note veröffentlicht, in der es hieß:
Der Oberste Kriegsrat habe die jüngsten Erklärungen desdeutschen Reichskanzlers und des österreichisch- ungarischenMinisters des Äußern sorgfältig geprüft; er habe in diesenErklärungen keinerlei Annäherung an die von sämtlichenRegierungen der Alliierten formulierten maßvollen Be-dingungen zu erkennen vermocht. Der Eindruck, den derKontrast zwischen den angeblich idealen Zielen, zu derenVerwirklichung die Mittelmächte die Verhandlungen vonBrest- Litowsk eröffnet haben, und ihrem nun offen zutageliegenden Streben nach Raub und Eroberung hervorrufe- wie soll man heute nach diesen Worten die VersaillerFriedensbedingungen der Alliierten kennzeichnen?-,sei nur geeignet, diese Überzeugung zu befestigen. Unterdiesen Umständen erachte es der Oberste Kriegsrat alsseine unmittelbare Pflicht, die Fortdauer des Krieges mitäußerster Energie und durch die straffste und wirksamsteVereinheitlichung der militärischen Aktion der Alliiertensicherzustellen.
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,, Diese Kundgebung bedeutet die denkbar schroffsteAbweisung jedes Friedensgedankens," schrieb damals diedemokratische ,, Frankfurter Zeitung", und sie hatte recht.Die Intransigenten hatten in Versailles triumphiert.
Der Präsident Wilson antwortete auf die Reden desGrafen Czernin und des Grafen Hertling am 11. Februar
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