Die Entscheidung
noch war es gelungen, ihre Reserven aufzuzehren, daslanggestreckte Band der feindlichen Linien endgültigzu zerreißen und die feindlichen Heere zu Paaren zutreiben. Im Gegenteil, ein Vergleich des Auslaufens derneuen Offensive mit derjenigen vom März zeigte beiunseren Feinden eher eine verstärkte Kraft in Abwehrund Gegenstoẞ.
Diese trotz der großen Einzelerfolge für uns schwieriggewordene Lage wurde nicht verbessert durch die Angriffs-unternehmung, die von der österreichisch- ungarischenArmee am 15. Juni gegen die Italiener begonnen wurde.Zwar gelang es den Truppen unseres Bundesgenossen, denPiave zu überschreiten und sich in dem Höhenblock desMontello festzusetzen; aber die gleichzeitigen Angriffe ander Gebirgsfront beiderseits der Brenta und in den ,, SiebenGemeinden" blieben in den Anfängen stecken und löstenGegenangriffe der Italiener aus, deren sich die österreichi-schen Truppen nur mit Mühe erwehrten. Bald setzten auchan der Piavefront heftige Gegenangriffe ein. Am 23. Junimußte der Wiener Heeresbericht melden, daß der durchgewaltige Wolkenbrüche zu einem reißenden Strom ge-wordene Piave den Verkehr zwischen den beiden Ufernauf das schwerste behindere und den Nachschub an Pro-viant und Munition zu den jenseits des Flusses im Kampfestehenden Truppen nahezu unmöglich mache. Am fol-genden Tage wurde die Räumung des Montello und deranderen auf dem rechten Piaveufer erkämpften Stellungen
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