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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
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Der vierte Offensivstoẞ

überzugehen, in günstigeren Stellungen den Feind an-laufen und womöglich verbluten zu lassen.

Die Oberste Heeresleitung entschloß sich für die Fort-setzung der Offensive.

Der neue Angriff wurde am frühen Morgen des 15. Juliauf langgestreckten Frontteilen beiderseits Reims ange-setzt, von unseren Stellungen an der Marne an bis westlichReims und von dem Fort La Pompelle im Südostenvon Reims bis zu den seit Jahren heftig umstrittenenHöhen von Massiges.

Die Überraschung glückte dieses Mal nicht. Der Feindhatte den Angriff erwartet und umfangreiche Maßnahmenzur Abwehr getroffen.

Vor allem hatte die feindliche Heeresleitung, die in dendrei Offensiven des Frühjahrs die Unwiderstehlichkeitunserer Feuerwalze kennengelernt hatte, den Schwer-punkt ihrer Verteidigung von vornherein in ihre zweitenStellungen verlegt und die ersten Stellungen nur schwachbesetzt. So stieß unser Angriff auf die erste feind-liche Linie gewissermaßen in die Luft, während derFeind in seinen durch unser Zerstörungsfeuer nur wenigmitgenommenen zweiten Stellungen unserem weiterenVordringen die ganze Wucht seiner Verteidigungsmittelentgegenstellte.

Es gelang uns zwar, im ersten Anlauf einige wichtigeStellungen der Fronten östlich und südwestlich von Reimszu nehmen und die Marne an mehreren Stellen zu

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