Annahme des Moskauer Postens
Im Vordergrund standen dabei die Bestimmungen undMaßnahmen, die zur Sicherung unseres Bezuges vonausländischen Rohstoffen und Nahrungsmitteln undzur Wiederherstellung unserer Ausfuhrmöglichkeitenangesichts der sowohl durch die selbsttätigen Wir-kungen des Krieges, als auch durch die Kriegsmaß-nahmen unserer Gegner geschaffenen Verhältnisse ge-troffen werden mußten. Nachdem ich die Veranstaltungdieser Enquete durchgesetzt und das Reichswirtschafts-amt als das zuständige Ressort deren Durchführungübernommen hatte, schien mir eine sachliche Notwendig-keit für die Aufrechterhaltung des mir erteilten besonderenAuftrages nicht mehr zu bestehen. Es erschien mir imGegenteil zweckmäßig, die Aufgabe der Zusammenfassungder Vorarbeiten für die Friedensverhandlungen derjenigenBehörde zu übertragen, in deren Hand die Friedens-verhandlungen selbst lagen und künftig liegen sollten.Nur auf diese Weise ließen sich die Schwierigkeiten undReibungen vermeiden, die während der Brester undBukarester Verhandlungen zum Schaden der Sache ent-standen waren. Ich empfahl deshalb die Eingliederungdes von mir geschaffenen Bureaus mit seinem Personalin das Auswärtige Amt.
Mein Angebot, den Moskauer Posten zu übernehmen,wurde vom Reichskanzler beim Kaiser befürwortet undvon diesem angenommen, nachdem auch der neuernannteStaatssekretär des Auswärtigen Amtes, Herr von Hintze,
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