Die Entscheidung
nach seiner Rückkehr aus Christiania, wo er sein Ab-berufungsschreiben überreicht hatte, am 20. Juli seineZustimmung erklärt hatte.
Die Lage hatte sich inzwischen weiter kompliziert.
Auf Veranlassung des russischen Volkskommissars fürdas Auswärtige waren in Berlin Besprechungen eingeleitetworden, um gewisse mit dem Brester Frieden zusammen-hängende Fragen zu klären. Die Verhandlungen warenvon deutscher Seite von dem Leiter der Rechtsabteilungdes Auswärtigen Amtes, Ministerialdirektor Dr. Kriege,geführt worden, den ich als scharfsinnigen und unüber-troffen kenntnisreichen Völkerrechtler stets ebensosehrgeschätzt habe, wie ich in die Sicherheit seines poli-tischen Blickes Zweifel setzen mußte. Soweit es sichum rein finanzielle Angelegenheiten handelte, hatte michHerr Kriege, schon ehe meine Entsendung nach Moskauin Betracht kam, in großen Zügen unterrichtet. In dieGesamtheit der geplanten Abmachungen, die neben finan-ziellen und wirtschaftlichen Vereinbarungen auch sehrwichtige politische und territoriale Abänderungen desBrester Friedensvertrags enthielten, bekam ich erst jetztEinblick.
Der wesentliche Inhalt dieser ,, Zusatzverträge" warder folgende:
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