Die Entscheidung
kaukasischen Angelegenheiten mit Rußland irgendwelcheAbmachungen hinter dem Rücken der Türkei und miteiner Spitze gegen die Türkei zu treffen. Ich bezweifelte,ob unser Bündnis mit der Türkei nach all dem Druck, denwir in der bulgarisch- türkischen Streitfrage hatten aus-üben müssen, einer solchen Belastung gewachsen sein würde.Diesen Bedenken ist bei den weiteren Verhandlungendes Auswärtigen Amtes mit der russischen Delegationwenigstens insoweit Rechnung getragen worden, als indem endgültigen Text von der Übernahme einer ,, Gewähr"nicht mehr gesprochen, sondern die mildere Form gewähltwurde: Deutschland wird ,, dafür eintreten", daß in Kauka-sien Streitkräfte einer dritten Macht die näher bezeichneteLinie nicht überschreiten. Aber auch in dieser Fassungblieb die Vereinbarung nach meiner Ansicht, die sichspäterhin bestätigen sollte, eine bedenkliche Belastungunseres Bundesverhältnisses mit der Türkei.
Während in Berlin zwischen dem Auswärtigen Amt undder russischen Delegation friedlich über die Zusatzverträgeverhandelt wurde, hatten sich in Moskau, wo nach der Er-mordung des Grafen Mirbach die Geschäfte unserer diplo-matischen Vertretung von dem Geheimen LegationsratDr. Riezler geführt wurden, die Verhältnisse einigermaßenzugespitzt.
Die beiden Personen, die den Grafen Mirbach ermordethatten, Blumkin und Andrejew, waren bekannte Mitgliederder Partei der Linken Sozialrevolutionäre und Angestellte
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