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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
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Verlegung der deutschen Mission. Meine Abreise

Ich reiste am Abend des 6. August von Moskau mitdem Kurierzug ab. Es war mir ein besonderer Wagenzur Verfügung gestellt und ein Kommando von Rot-gardisten beigegeben worden.

Die Reise verlief nicht ganz programmgemäß. Am Nach-mittag des 7. August hatte der Zug in Jarzewo, der Stationvor Smolensk, einen langen Aufenthalt. Plötzlich machtensich Eisenbahnarbeiter daran, meinen Wagen, den Wagender Bedeckungsmannschaft und den Kurierwagen, die alsletzte dem langen Zug angehängt waren, abzukoppeln.Auf meine Anfrage erhielt ich vom Stationsvorstand dieAntwort, es sei aus Smolensk der Befehl gekommen, dieseWagen zurückzuhalten. Als ich über die Gründe keineAuskunft erhielt, erhob ich Einspruch. Der Kommandantmeiner Wache stellte sich auf meine Seite und erklärte,er werde das Abkoppeln der Wagen mit Gewalt ver-hindern. Nach längerem Parlamentieren und einer telegra-phischen Anfrage in Moskau erhielt der Stationsvorstandein Telegramm des Volkskommissars für Eisenbahnen,die Wagen seien abzukoppeln und nach Wiasma zurück-zubringen; dort würden sie weitere Befehle zu erwartenhaben. Ich bestand nun darauf, durch den Bahntele-graphen mit dem Volkskommissar für das AuswärtigeNach längeremin Verbindung gesetzt zu werden.Warten erschien der Stellvertreter Tschitscherins, HerrKarachan, am Telegraphen und teilte mir mit: der Befehlzur Zurückführung der Wagen sei im Einverständnis

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