Meine Verabschiedung
In einer Anzahl von Zeitungen, die sich offen auf Mit-teilungen der zuständigen Stelle beriefen, wurde mirvorgeworfen, ich hätte aus Gründen meiner persönlichenSicherheit den Moskauer ,, Schützengraben" verlassen. DasStichwort wurde von Blättern, die mir von meinerfrüheren Tätigkeit her ihr Wohlwollen bewahrt hatten, mitBehagen aufgenommen.
Die persönlichen Angriffe berührten mich nicht; ichwar abgebrüht. Aber ich litt auf das schwerste unterdem Verhängnis, das ich kommen sah und das ich mitallen meinen Warnungen nicht abwenden konnte.
So endete meine Moskauer Mission für mich nicht nurmit einer starken persönlichen Enttäuschung, sondern mitdem niederdrückenden Gefühl, daß die Götter unserVerderben wollten.
Der Zusammenbruch
Unser Verhältnis zu Sowjetrußland undunseren Bundesgenossen
Die deutsche Politik hatte in eigensinniger Verkennungder Sachlage dem Bolschewismus über seine schwersteKrisis hinausgeholfen. In Rußland begriff jedermann,daß die deutsche Regierung ihren Moskauer Vertreterder Freundschaft mit dem Bolschewistenregime ge-opfert hatte. Das gab der wankenden Sowjetregierung
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