Die Entscheidung
Solidarisierung oder mindestens der Anschein der Solidari-sierung mit diesem Regime bis zur Duldung der laxenVerfolgung, richtiger Nichtverfolgung der an der Ermor-dung des Grafen Mirbach und des Feldmarschalls von Eich-horn beteiligten Personen und Gruppen, das alles kannauf die deutsche Volksseele und unsere eigenen inner-politischen Verhältnisse nicht ohne gefährlichen Einflußbleiben."
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Die Genehmigung meines am 30. August eingereichtenEntlassungsgesuchs wurde mir erst am 22. Septemberzugestellt. Aus bestimmten Andeutungen hatte ich denEindruck, daß man es für zweckmäßig hielt, mich so-lange wie möglich unter dem Druck des ,, Arnim- Para-graphen" zu halten, um mir eine öffentliche Bekämpfungder von mir für verhängnisvoll gehaltenen Regierungs-politik unmöglich zu machen. Meinem Wunsch, daß beider Veröffentlichung meiner Verabschiedung offen dieunüberbrückbare Meinungsverschiedenheit über die Fragenunserer Ostpolitik als Grund angegeben werden möchte,wurde nicht entsprochen.
Gleichzeitig wurden vom Auswärtigen Amt den führen-den Reichstagsabgeordneten und der Presse Informationenüber die Vorgänge in Moskau erteilt, die geeignet waren,mein Verhalten in ein falsches Licht zu setzen. Der Staats-sekretär des Auswärtigen Amtes äußerte in einer Be-sprechung mit Journalisten unter anderem, ich hätte ihnzum ,, Verrat" an der Bolschewikiregierung anstiften wollen!
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