Mein Abschiedsgesuch
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in Aussicht genommenen Rückkehr nach Berlin. Ich lieẞkeinen Zweifel daran, daß ich bei der kaum mehr zweifel-haften- Entscheidung gegen mich meinen Abschied nehmenwürde. Den Kaiser bat ich, eine schriftliche Darlegung meinerGesichtspunkte geben zu dürfen. Ichsandte diese Denkschriftam 20. August an den Kanzler mit der Bitte um Weitergabean Seine Majestät, habe aber Grund zu der Annahme, daßdie Denkschrift dem Kaiser niemals vorgelegt worden ist.
Der Kanzler kam erst am 29. August nach Berlin zurück.Am Tage vorher waren die am 10. August paraphiertenVerträge unterschrieben worden. Ich übergab dem Kanzleram 30. August mein eingehend begründetes Abschieds-gesuch. In diesem hob ich noch einmal die Gefahrenhervor, die ich in wichtigen Punkten der entgegen meinemdringenden Abraten unterzeichneten Zusatzverträge fürdie Gestaltung unseres künftigen Verhältnisses zu Rußlandund für unser eigenes Bündnissystem erblicken müsse.Ich begründete ferner die Unmöglichkeit eines gedeih-lichen, uns tatsächliche Entlastung und Erleichterungverschaffenden Zusammengehens mit der Bolschewiki-herrschaft und fügte hinzu:
,, Ich sehe die Rückschläge kommen, nicht nur in außen-politischer Beziehung, sondern auch innerpolitisch. Diesystematisch- schönfärberischen Darstellungen des in seinenAusschreitungen kaum von den Jakobinern übertroffenenBolschewistenregimes in der deutschen Presse, die osten-sible Behandlung dieses Regimes auf gleichem Fuße, die
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