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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Die österreichisch- ungarische Friedensnote

Trotz seiner verhältnismäßig gesicherten und günstigenmilitärischen Lage nahm Österreich- Ungarn mit einemaufsehenerregenden Schritt für sich allein und ohneVerbindung mit seinen Bundesgenossen die Initiative zueiner neuen Friedensaktion.

Am 14. September richtete der österreichisch- ungarischeMinister des Auswärtigen, Graf Burian, an die Regierungender sämtlichen Kriegführenden, Freund wie Feind, einegleichlautende Note, in der er vorschlug ,,, zu einer vertrau-lichen und unverbindlichen Aussprache über die Grund-prinzipien des Friedensschlusses an einem Ort des neutralenAuslandes und zu einem nahen Zeitpunkt, über den mannoch Vereinbarungen zu treffen hätte, Delegierte zuentsenden, die beauftragt wären, die Auffassungen ihrerRegierungen über ihre Prinzipien bekanntzugeben, analogeMitteilungen entgegenzunehmen, sowie offene und frei-mütige Aufklärungen über alle jene Punkte, die derPräzisierung bedürfen, zu erbitten und zu erteilen". Miteiner besonderen Note wurde dieser Friedensschritt auchzur Kenntnis des Papstes gebracht; ebenso wurden dieRegierungen der neutralen Staaten verständigt.

Die Note wurde am gleichen Tage von der WienerRegierung veröffentlicht, zugleich mit einem umfangreichenPromemoria, dessen Gedankengang war:

Alle Völker ersehnten das baldige Ende des blutigenKampfes. Trotzdem sei es bisher nicht gelungen, dieKluft, die die Kriegführenden noch trenne, zu überwinden.

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Helfferich, Weltkrieg III

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