Die Entscheidung
die an sich der demokratischen Weltanschauung ferner-standen. Zu seinem Anwalt machten sich jetzt im GroßenHauptquartier nicht nur Graf Hertling selbst, der demKaiser seine Entlassung anbot, sondern auch der Staats-sekretär des Auswärtigen von Hintze und der gleichfallszu den Beratungen zugezogene Reichsschatzsekretär GrafRoedern. Auch die Generale der Obersten Heeresleitungschlossen sich diesem Gedanken an. Und in der Tat,wer wollte leugnen, daß jetzt, wo die schwersten Stundendes Vaterlandes nahten, alles darauf ankam, alle Kraftdes deutschen Volkes aufzurufen und der einen großenSache dienstbar zu machen? Nur genügt es in solchenZeiten der höchsten Not nicht, Kräfte zu entfesseln;die Kräfte müssen auch geführt werden. Dazu gehörenPersönlichkeiten. Persönlichkeiten aber haben die Par-teien, die sich jetzt anschickten, als Mandatare desdeutschen Volkes die Regierung in die Hand zu nehmen,weder hervorgebracht noch vertragen.
Die Lage im Großen HauptquartierIm Großen Hauptquartier trafen die am Vormittagdes 29. September aus Berlin ankommenden Herren eineüberaus schwere Lage. Die Entwicklung der letztenWochen hatte die Aussicht auf eine siegreiche Beendigungdes Krieges zerstört. Eine neue Wendung des Kriegs-glücks zu unseren Gunsten war nicht mehr zu erwarten.
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