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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Die Oberste Heeresleitung für Waffenstillstandsverhandlungen

sichtbar nur in Erscheinung die Forcierung der Zusatz-verträge zum Brester Frieden, damit verbunden dieMarkierung unseres guten Verhältnisses zur Bolschewiki-regierung und die Belastung unseres Bundesverhältnisseszu Österreich- Ungarn und der Türkei. Auch das Weißbuchüber die Vorgeschichte des Waffenstillstands gibt keinengenauen Aufschluß. Unter dem österreichischen Druckund angesichts der immer bedenklicher werdenden militä-rischen Lage wurde am 11. September im Großen Haupt-quartier die sofortige Einleitung einer Friedensdemarchebei einer neutralen Macht beschlossen. Es wurde derVersuch gemacht, Österreich- Ungarn und die anderenBundesgenossen zum Anschluß an einen solchen Schrittzu gewinnen. Dieser Versuch wurde durch den öster-reichisch- ungarischen Sonderschritt vom 14. September

erledigt.

Nun waren seit jener Besprechung am 13. und 14. Augustsechs schwere Wochen in die Welt gegangen; wir warenmilitärisch und politisch an den Rand des Abgrundesgedrängt. In dieser Lage trug General Ludendorff am28. September dem Feldmarschall von Hindenburg vor,daß der Zeitpunkt gekommen sei, an die Reichsregierungdie Forderung zu stellen, in sofortige Friedensverhand-lungen einzutreten und zu diesem Zweck der Ententeeinen Waffenstillstand vorzuschlagen.

Als Graf Hertling und die Staatssekretäre Graf Roedernund von Hintze am 29. September im Großen Hauptquartier

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