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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
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Nachtrag

Es läßt sich denken, daß die britische Regierung beidieser veränderten Sachlage durch den offiziellen Friedens-schritt des Papstes in eine gewisse Verlegenheit gesetztwurde: sie hatte vor wenigen Wochen zu einem solchenSchritt ermuntert oder sich jedenfalls nicht abgeneigtgezeigt, ihn mit Sympathie aufzunehmen; jetzt war sieentschlossen, an ihren alten, nur von einem nieder-geworfenen Deutschland erzwingbaren Kriegszielen fest-zuhalten und infolgedessen dem päpstlichen Schritt keineFolge zu geben.

Diese Verlegenheit der britischen Regierung hat die Mit-teilung des Foreign Office an den britischen Gesandtenbeim Vatikan, den Grafen Salis, vom 21. August 1917,die später als ,, Friedensangebot" ausgegeben worden ist,offensichtlich diktiert. Hier der Wortlaut:*

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Wir haben noch keine Gelegenheit gehabt, unsereVerbündeten über die Note seiner Heiligkeit zu be-fragen, und sind nicht in der Lage, uns über eine Be-antwortung der Vorschläge Seiner Heiligkeit betreffend

* Der nachstehend wiedergegebene Wortlaut ist der von der deutschen Regierung bekannt-gegebene und entspricht nach einer Veröffentlichung der Kurie in der Florentiner ,, UnitàCattolica" dem von dem Grafen Salis dem Kardinalstaatssekretär überlassenen Text. Dervon der britischen Regierung in dem Weißbuch vom 12. August 1918 wiedergegebene englischeText zeigt nicht unerhebliche Abweichungen. So lautet dort der Eingang:

,, Da die Regierung Seiner Majestät noch nicht in der Lage war, ihre Verbündetenüber die Vorschläge Seiner Heiligkeit zu befragen, kann sie nicht sagen, ob es irgend-einen Zweck hat, eine Antwort darauf zu geben, oder, bejahendenfalls, welche Formeiner solchen Antwort zu geben sein würde."

Am Schluß steht der bezeichnende Satz:

,, Sie wollen, wenn sich eine geeignete Gelegenheit bietet, dies Seiner Eminenz aus-einandersetzen."

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