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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
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Nachtrag

Weise, die jeden Gedanken an eine wenige Wochen zuvorversuchte englische Friedens- Initiative vollkommen aus-schließt. Der Bericht des russischen Geschäftsträgers er-gibt weiter, daß man dem deutschen Schritt mit großemUnbehagen und starkem Mißtrauen gegenüberstand. Manstand unter dem Eindruck, Deutschlands Absicht sei ,,, dieAlliierten in eine Prüfung der Friedensbedingungen Deutsch-lands hineinzuziehen". Das wollte man vermeiden. Aufder andern Seite glaubte man ,,, die deutsche Anfrage nichtgänzlich unbeantwortet lassen zu können, da man be-fürchtete, dadurch die Stellung der deutschen Regierungim eignen Lande zu befestigen und, was noch wichtigerist, die schon ohnehin reichlich verwerfliche Agitation inRußland zu stärken, in dem Sinn, daß England direkt dievöllige Vernichtung Deutschlands wünsche und Rußlandund die andern Verbündeten mitziehe". Aus diesen tak-tischen Erwägungen heraus wurde beschlossen, daß dieenglische Regierung durch ihren Botschafter in Madridfolgende Antwort geben solle:

,, Die Regierung Seiner Majestät wäre bereit, eine Mit-teilung entgegenzunehmen, welche die deutsche Re-gierung ihr über den Frieden abzugeben wünsche, unddiese Mitteilung mit ihren Verbündeten zu beraten."

Das war weniger als nichts. Es war die Bestätigungdafür, daß auf der Seite Englands und seiner Verbündetenkeine Geneigtheit bestand, in zweiseitige Verhandlungeneinzutreten oder irgendwelche Bedingungen zu präzisieren,

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