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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
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Keine Neigung der Alliierten zu Verhandlungen

unter denen es zu solchen zweiseitigen Verhandlungen,die allein Aussicht auf Erfolg boten, bereit sei.

Auch auf spanischer Seite hatte man offenbar sehr starkdiesen Eindruck. Die britische Antwort auf die spanischeEröffnung wurde dort so wenig als eine Antwort empfunden,daẞ später, als Balfour im Unterhaus auf eine Anfrage desAbgeordneten King diese Antwort bekanntgab, Herr vonKühlmann erklären mußte, die deutsche Reichsregierunghabe von der Bereitwilligkeit des britischen Kabinetts, einedeutsche Mitteilung über den Frieden entgegenzunehmen,überhaupt erst durch die Erklärung Balfours im UnterhausKenntnis erhalten. Der spanische Vertrauensmann hattesich darauf beschränkt, Herrn von Kühlmann wissen zulassen, daß seine Sondierung des britischen Kabinetts aufdie vermutete Bereitschaft zu Friedensverhandlungen eingänzlich negatives Ergebnis gehabt habe.

Damit steht fest, daß die von Herrn Erzberger späterhinkonstruierte englische ,, Friedensaktion", die mit Ermäch-tigung der französischen Regierung und durch Vermitte-lung des Heiligen Stuhles eingeleitet worden sein soll, mitden wirklichen Vorgängen in vollendetem Widerspruchsteht. Auch der Vatikan hat in der bereits erwähntenVeröffentlichung in der ,, Unità Cattolica" ausdrücklichfestgestellt, daß es sich damals nicht um ,, von Englandoder anderen Ententestaaten ausgehende Friedensvor-schläge" handelte. Eine Bereitschaft Englands, mit unsauf der Grundlage der Freigabe Belgiens von gleich zu

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