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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
514
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514 Zweites Buch. IV. Abschnitt. Geldbedarf, Geldversorgung und Geldwert.

Es ist klar, dafs die statistische Erfassung aller in einer gegebenenVolkswirtschaft in Geld bestehenden Preise und Löhne unmöglich ist.Verhältnismäfsig einfach ist die Feststellung der Preisbewegung derwichtigeren Grofshandelswaren, und auf diese haben sich die Unter-suchungen über die Kaufkraft des Geldes oder, umgekehrt ausgedrückt,über das allgemeine Preisniveau in der Hauptsache beschränkt. Fürden Endzweck aller "Wirtschaft jedoch, für den Konsum, sind geradedie schwer zu erfassenden und schwer für gleichartige Qualitäten fest-zustellenden Kleinhandelspreise der fertigen Produkte ausschlaggebend.Die sich auf den Preisen gewisser Stapelartikel aufbauenden Berech-nungen können deshalb nur Ergebnisse über einen bestimmten Aus-schnitt des allgemeinen Preisniveaus liefern, die für die Kaufkraft desGeldes nicht ohne weiteres verallgemeinert werden können.

Eine zweite, allerdings leichter zu überwindende Schwierigkeitist, dafs man nicht ohne weiteres den Durchschnitt aus den Preisenmehrerer verschiedenartiger Güter zielien kann. Wenn die TonneWeizen 160 Mark, die Tonne Kohlen 20 Mark, das Kilogramm Silber120 Mark kostet, so kann man daraus nicht einen durchschnittlichenPreis für alle drei Artikel von 100 Mark berechnen, der sich bei einemRückgange des Kohlenpreises auf 10 Mark, des Silberpreises auf 80 Markund einer Steigerung des Getreidepreises auf 180 Mark auf 90 Markermäfsigen würde. In dieser Beziehung hat man sich in dem von demenglischen Statistiker Newmabch zuerst in gröfserem Umfange ange-wendeten System der sogenanntenIndex Numbers" folgendermafsengeholfen. Man hat für einen bestimmten Zeitraum und Ort den durch-schnittlichen Preis aller der einzelnen Artikel, welche man zur Er-mittelung des allgemeinen Preiniveaus heranziehen wollte, gleich 100gesetzt und für die Preise der folgenden Zeitpunkte oder Zeiträumedie Verhältniszahlen berechnet; nicht aus den wirklichen Preisen,sondern aus diesen Verhältniszahlen hat man dann für jeden einzelnenZeitpunkt den Durchschnitt berechnet. Die sich ergebenden Durch-schnitte der Verhältniszahlen, welche die Veränderungen des Preis-niveaus ausdrücken sollen, hat manIndex Numbers" genannt. Indem oben angeführten Beispiel würden sich die Indexzahlen für diedrei Artikel folgendermafsen berechnen:

Weizen

Kohlen

Silber

Index-zahl

TonneMark

Verhält-niszahl

TonneMark

Verhält-niszahl

kgMark

Verhält-niszahl

1. Zeitpunkt

2. Zeitpunkt

Auf dies

160180

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Statistiken auf Die unter Soetbeers Leitung vom Hamburgischen