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Die Photographie historischer Dokumente : nebst den Grundzügen der Reproduktionsverfahren / von P. R. Kögel
Entstehung
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Die Tiefenschärfe.

Unter Tiefenschärfe versteht man die Fähigkeit eines Objektives,räumlich hintereinander gelegene Gegenstände gleich scharf abzubildenso z. B. Buchstaben, welche im Buge eines Buches und solche, welcheauf der glatten Blattfläche liegen.

Da der Winkel, in welchem sich die Bildstrahlen schneiden,durch das Verhältnis der Brennweite zur Oeffnung bestimmt ist, soist die Tiefenschärfe verschiedener Objektive mit gleicher Brenn-weite und Oeffnung die gleiche, aus welcher Werkstätte sie kommenmögen.

Die Tiefenschärfe eines Objektivtypus kann nicht nach Wunschgeändert werden. Nur am Rande des Gesichtsfeldes bei großem Bild-winkel kann die Tiefenschärfe durch Korrektion der Bildwölbung unddes Astigmatismus gesteigert werden. Mit kürzerer Brennweite undkleinerer Oeffnung der Blende nimmt die Tiefenschärfe zu. Daherje heller das Objektiv desto geringer die Tiefe; ein Objektivvon jF: 4,5 zeichnet also weniger tiefscharf, als ein Objektiv vonF: 6,3.

Die Tiefe eines Objektives muß praktisch durch eine Versuchs-aufnahme räumlich hintereinander gelegener Flächen ermittelt werden.Es gibt allerdings Konstanten, mit welchen die Tiefenschärfe voraus-berechnet werden kann. Sie sind aber für den Fachmann.

Die Blende in Bezug auf die Exposition.

Entweder kann die Blende wie die Einsteck- oder Schieberblendedurch einen Einschnitt in den Objektivkonus hineingesteckt werdenoder dieselbe ist, wie die Irisblende, fest eingebaut, kann aber durchDrehen vergrößert oder verkleinert werden. Wird das Objektiv nichtfür direkte Aufnahmen zum Zwecke photo-mechanischer Reproduktionz. B. für Aufnahmen mit Raster benützt, so wird die Irisblende derBequemlichkeit halber vorgezogen.

Die durch die Abblendung erzielte jeweilige Oeffnung wird beider Irisblende auf der Fassung des Objektives, bei Schieberblendenund dgl. auf diese selbst eingraviert.

Die verschiedenen Werkstätten haben für die Belichtungsdauerbei jeweiliger Blende keine gleiche Bezeichnungen. Sehr gebräuchlichsind die Stolzeschen Belichtungszahlen, welche auch vielen Beleuchtungs-messern, wie Watkins Beemeter und Wynnes Infallible zu Grundegelegt sind. Dieselben wurden bis vor kurzem auch von der FirmaC. Goerz, Friedenau-Berlin für Anastigmate angewandt und bezeichnendas Verhältnis der wirksamen Oeffnung der betreffenden Blende zurBrennweite des Objektives. In neuester Zeit hat Goerz anstatt derStolzeschen Belichtungszahlen die einfachen Oeffnungsverhältnisse fürseine Objektive angenommen.