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Die Photographie historischer Dokumente : nebst den Grundzügen der Reproduktionsverfahren / von P. R. Kögel
Entstehung
Seite
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Bild bald, wenn möglich am nämlichen Tage, getont und fixiertwerden. Papiere mit gelber Rückseite sind alt und verdorben.

In einem gewöhnlichen Fixierbade würde das Celloidinpapierwie alle Auskopierpapiere keine schöne Farbe erlangen. Es wirddaher zuerst getont und dann fixiert oder in einem Tonfixierbade durcheinmalige Behandlung fertiggestellt.

Nicht immer muß das kopierte Bild vor dem Tonen oder Fixierengewässert werden. In anderen Fällen bedingt ein gutes Wässern,irrtümlicherweiseAuschloren genannt, die Haltbarkeit der Bilder.

Reine Lichter und gleichmäßige Töne können dann erreichtwerden, wenn die Temperatur des Waschwassers und der Tonbäderungefähr die gleiche ist (etwa 25 0 C.)

Die Bäder sind entweder alkalisch, neutral oder sauer. Diesauren Bäder arbeiten am langsamsten, sind aber die haltbarsten. Siegeben vorwiegend braun- oder purpurviolette Töne.

Das neutrale Bad wirkt langsamer und ist ziemlich beständig.Die Töne werden ungefähr wie in saurer Lösung.

Die alkalischen Bäder wirken am schnellsten, sind aber sehrwenig haltbar, öfters nur 12 Tage, und geben die oft gewünschtedunkelviolette Farbe.

Das Ansäuern der Bäder erfolgt meistens mit den Salzen derBor-, Phosphor- oder Essigsäure. Mit kohlensaurem Kali, Natron oderCalciumverbindungen werden die Bäder alkalisch gemacht.

Die Neutralisierung erfolgt mit Zitronen- oder essigsauren Salzenoder kohlensaurem Kalk (Kreide). Die Gebrauchsanweisungen derFabriken enthalten die weiteren Bestimmungen.

Das eigentliche Tonungsmittel, das an erster Stelle angewandtwird, ist Goldchlorid.

Das gewöhnliche Goldchlorid ist salzsänrehaltig. Sein Gehaltan Gold schwankt zwischen 4050 °/ 0 . Das wasserfreie Goldchlorid-kalium enthält eher 50 °/ 0 Gold; das Goldchloridnatrium dagegenhäufig nur die Hälfte von dem gewöhnlichen Goldchlorid. Der Gehaltan Gold muß bei dem Ansetzen der Bäder in Betracht gezogen werden.Auch ist der Preis zu beachten. Das Teuerste ist das Beste.

Die Bilder müssen für Goldtonung stark überkopiert werdenund meistens während !/ 4 Stunde in wiederholt erneuertem Wassergewaschen werden, damit das überschüssige Silbernitrat, welches dasGold ausfällt, entfernt wird. Aus diesem Grund ist es empfehlens-

wert dem Wasser etwas Kochsalz beizugeben.

Man mische vor Gebrauch:

I. Lösung: Wasser (dest.). 100 ccm

Borax. lg

Essigsaures Natron. lg

II. Lösung: Goldchoridlösung 1 : 100 ... 5 ccm

Wenn das Bild eine braune Farbe erhalten hat, kann mannach kurzem Wässern zur Platintonung schreiten und benützt dazueine Lösung von