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Die Photographie historischer Dokumente : nebst den Grundzügen der Reproduktionsverfahren / von P. R. Kögel
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Kein Verfahren kann in jeder Hinsicht gleich vorteilhaften An-sprüchen gerecht werden.

Obwohl es eine kaum übersehbare Menge von Namenbezeich-nungen für verschiedene Variationen von gleichen und ähnlichen Ver-fahren gibt, lassen sich jedoch alle in das dreifache System desHoch-, Flach- und Tiefdruckes einreihen.

21. Der Hochdruck.

Die für den Hochdruck benützte Platte stellt ein erhabenes Reliefdar. Die abzudruckenden Formen müssen in dem Hochdruckstockgleiche Höhe aufweisen, damit die Farbwalze, welche über denDruckstock läuft, die Farbe auf die Formflächen gleichmäßig auftragenkann. Würden schiefe Formflächen vorhanden sein, so müßte not-wendig ein sehr unscharfer Abdruck entstehen. Hiermit ist auch ge-sagt, daß mit schiefen Flächen ein Halbton, der einem leichterenSchatten in einer Photographie entsprechen würde, nicht zu erzielenwäre. Der Hochdruck ist also zunächst nur für die Wiedergabevon Strich und Punkt mit genau abgegrenzten Rändern und vongleicher Farbstärke geeignet. Abbildung 51.

Ein Halbton kann aber dadurch erzielt werden, indem das Bildin kleine Punkte, Linien oder Körner zerlegt wird, so daß zwischendenselben entweder viel weißes Papier durchscheint und die betreffendeStelle heller erscheint, oder daß dunklere Stellen in größere undengstehende Punkte zerlegt werden. Die Zerlegung des Bildes indiesen unechten Halbton beeinträchtigt in einem gewissen Maße dieNaturtreue der Reproduktion. Abbildung 52.

Die Vorteile des Verfahres sind, daß der Druckstock schnell her-gestellt werden kann, daß er eine sehr hohe Auflage erträgt und indiesem Falle das billigste Reproduktionsverfahren ist. Er erlaubt auchgleichzeitigen Letterndruck.

Wie wird ein Hochdruckstock hergestellt?

Wenn Strich und Punkt ohne jeglichen Halbton wiederzngebenist, so wird eine Zink- oder Kupferplatte z. B. mit einer lichtempfind-lichen Asphaltlösung überzogen. Auf die so präparierte Platte wirddas photographische Negativ in einen federnden Kopierrahmen ge-

farbigen Tafeln. Preis 4,80 M., Ganzleinenband 5,40 M. TechnischerFührer durch die Reproduktionsverfahren und deren Bezeichnung. Von Prof.A. Albert. Verlag W. Knapp. Halle 1908. Verschiedene Bezeichnungen:Autotypie; Französisch: Autotypie; similgravure; Englisch : phototypography;Italienisch: Gillotypia. In England versteht man unter Autotypyeprozeßdas Kohledruckkopierverfahren. Mit Autographie wird in Deutschland ein lithographisches Flachdruckverfahren bezeichnet. Für den Zinkdruckgelten dieselben Bezeichnungen wie für die Autotypie, nur daß die Ver-wendung des Zinkes irgendwie angedeutet wird, wie z. B. im dem französischenWorte Zincographie.

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