Druckschrift 
Zweihundert deutsche Männer in Bildnissen und Lebensbeschreibungen / hrsg. v. Ludwig Bechstein
Entstehung
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lichen Zöglinge begleitete. Aventin huldigte in diesemWerke der unbedingten geschichtlichen Wahrheit, diefreilich nicht stets und nicht überall gefallen wollte;gleichwohl erwarb ihm das mühsam zusammengestellteWerk seines Fleißes, die Aufgabe seines Lebens, unsterb-lichen Nachruhm, und die Stimmen, welche den Frci-muth des Geschichtschreibers verdammten die inallen Zeiten, alten und neuen ihren Widerhallfinden und fanden, verhallten, während Aventin's Ar-beit ein echtes gründliches und gediegenes National-werk blieb und noch heute als Quellenschrift dienenkann, wie sehr auch die in Bayern mit aller Vorliebegepflegte und durch königliche Freigebigkeit gestützte undunterstützte Einzelforschung aus dem vaterländisch ge-schichtlichen Gebiete weiter vorschritt und Quellen zuTage hob, die zu Aventinus Zeit noch wie in ehernenSärgen ruhten.

Aber minder ruhten Aventin's Gegner; es scheintals habe deren Einfluß ihn vom Münchner Hofe wiederentfernt, wo er auch nach Vollendung seines Erzieher-amtes wohl die geeignetste Stellung eingenommen hätte.Im Jahre 1529 lebte er wieder zu Hause, in Abens-berg, bei seiner Schwester, und dort sah er sich plötzlichüberfallen und verhaftet und der Ketzerei beschul-digt in ein Gefängniß geschleppt und geworfen.Ketzerei hieß damals wie noch heute die Formel aufkirchlichem nicht nur, sondern auch auf politischemBoden, welche für die Märtyrer der Wahrheit dieKerker öffnet, um sie einzusperren, oder die Pfortender Städte uud Länder, um sie hinauszuweisen.

Aventin entging indeß der drohenden Gefahr. DerBayernherzoge, seiner dankbaren Zöglinge, Machtspruchbefreite ihn aus der kurzen Haft, aber sein Geist wargetrübt, eine hypochondrische Stimmung erfaßte dengroßen Geschichtschreiber, sein Name war doch einmalverunglimpft worden, und dieß ertrug er sehr schwer.Das Mittel endlich, getrübte Stimmung zu heilen,welches Aventin wählte, war das ungeeignetste, welcheser wählen konnte im 64. Jahre eine Heirath! Erfreite eine Schwäbin, die ihm auch noch Kinder schenkte,aber eine Xantippe war, die ihm das Leben vergällte.Für eine Zeitlang befreite sich Aventin, indem er1553 von Regensburg, wo er mit der Frau sichniedergelassen, wegzog, um den Unterricht des SohnesLeonhard's von Eck zu leiten, und schloß ein erhei-terndes Freundschastband mit Peter Apian und dessenSohn Philipp, der für das Bayerland durch seineLlrorograpliia llgvririas als Geograph dasselbe wurde,was Aventin ihm als Geschichtschreiber ward. Aventinübertrug sein bayrisches Geschichtswerk noch selbst indie deutsche Muttersprache, hat auch manches anderegründliche Werk verfaßt, eine Chronik der Scheyren,eine Geschichte der Stadt Oettingen, das Leben Hein-rich's IV. und mehrercs handschriftlich hinterlassen.

Endlich reiste er 1554 nach Regensburg, um dieFrau nach Jngolstadt nachzuholen, dort starb er,68 Jahre alt, vielleicht an den Freuden des Wieder-sehens, und wurde im Stift Sanct Emmeran bei-gesetzt. Seine Büste ziert Bayerns Walhalla.