unter dem berühmten Mannsselder und dem Mark-grafen Georg von Baden gegen Tilly und Wollen-stem, und trat später in die Dienste der General-Staaten, wo er unter den berühmten Dräniern gegendie Spanier focht. Später kämpfte der Herzog unterden Bannern des Dänenkvnigs Christian IV. , zog mitseinem Bruder Johann Ernst nach Westphalcn, dannnach Siebenbürgen zu Bcthlcn Gabor und endlich indas Lager vor Troppau, half auch Schlesien befreien,sah sich aber durch das wechselnde Geschick dennochgenöthigt, den dänischen Kriegsdienst zu verlassen, desKaisers Gnade nachzusuchen, und empfing am 14. März1628 von dem stolzen Friedläuder den kaiserlichenSchutz- und Schirmbrief.
Aber nach wenigen Jahren wehten die FahnenGustav Adolph's auf deutscher Erde, und ihnen eiltenfreudig die der protestantischen Lehre angehörendendeutschen Fürsten zu, vor allen die sächsischen Herzoge,und Bernhard, nun schon im Waffenwerk erprobt,wurde vom Schwedenkönig zum General -Major ernannt,half die Schlacht bei Breitenfeld und den noch niebesiegten Tilly schlagen, wurde General der Infanterie,half Erfurt erobern, Schwcinfurt und Würzburg nehmen,folgte dem König im Spätherbst nach dem Rhein ,nahm Schloß Ehrenfels und dann durch eine Kriegslistmit nur 300 Mann das gut besetzte Mannheim , woer die deutschen Truppen schonte, aber 150 Spanierüber die Klinge springen ließ. Mehr als einmal wurdendem tapfern und hcldenhcrzigen Führer Pferde untermLeibe erschossen; stets war er das Schwert in der Faustmuthvoll voran, leitete die Angriffe und führte meistseine Truppen zum Siege. Während der nicht mindertapfere Bruder Wilhelm in dem ewig denkwürdigenJahre 1652 Goßlar in Güte, Göttingcn mit Sturmeroberte, nahm Herzog Bernhard mehrere Städte derPfalz, auch Bacharach a. Rh. und die Beste Stahleck ,und stieß dann zu des Königs Heer, der nun .seineSiegcsbahn durch Bayern verfolgte, Augsburg nachder Schlacht bei Donauwörth , welche Tilly das Lebenkostete, Landshut und Freisingen nahm und in München glorreichen Einzug hielt.
Als der König nach Franken zurückgegangen war,blieb Herzog Bernhard in Bayern und gewann dieStädte Frcibnrg, Ehingcn, Füssen und Landsberg .Dann wieder mit dem König vereinigt, hals er daswohlverschanztc Lager Wallcnstein's stürmen, leider,aller Tapferkeit ohngeachtct, fruchtlos. — Bernhardbehauptete Windsheim , vereitelte das Vorhaben Wallen-
stein's, sich der Städte Würzburg und Schweinfurt zubemächtigen, zog dem Friedländcr nach, schlug dann40 Schwadronen Reiter Jsolano's (so und nicht Jsolanischrieb dieser seinen Namen) und gewann zehn Stan-darten.
Wallenstein's Heer wüthete jetzt in Thüringen undSachsen, er eroberte Leipzig ; der Kurfürst von Sachsenrief Gustav um Hülfe an, dieser brach aus günstigenStellungen aus Bayern auf und zog gen Norden;Bernhard vereinte sein Volk bei Schleustngen mit demdes Königs, verfolgte Pappenheim und stieß bei Naum-burg abermals zum König, worauf sie gemeinschaftlichgen Lützen zogen. Die denkwürdige blutige Schlachtbei Lützen wurde geschlagen, tapfer kämpften die Sachsen-herzoge, der König sank, eine Kugel riß Bernhard denHut vom Kopf, aber unerschrocken blieb der Held amentscheidenden Tage, er rettete den Sieg und wurdenun Oberfeldhcrr des Schwedenheeres. In dieser Eigen-schaft nahm er Leipzig und Chemnitz wieder, wandtesich dann nach Franken, zu dessen Herzog ihn dieschwedische Regentschaft ernannte. Er übergab die Statt-halterschaftj seinem in der Rcgierungskunst mehr er-fahrenen Bruder Ernst und verfolgte die Bahn seinerSiege, eroberte Neustadt, Eichstädt, Kelheim und Rc-gensburg, später Landshut , wo Aldringer fiel; abermitten in der Siegcsbahn erfolgte am 27. Aug. 1654die unheilvolle Schlacht bei Nördlingen und vernichteteeinen Theil von des Herzogs Heldenrühm. Dennochwurde ihm im folgenden Jahre nach dem Bündniß mitFrankreich zu Worms das Ober-Generalat über dieschwedische und die mit ihr verbundene Armee über-tragen. Bernhard eroberte bald darauf Speier undentsetzte Mainz. Das Bündniß mit Frankreich veran-laßte den Herzog, selbst nach Paris zu reisen, 1656,wo er sich ehrenvoll empfangen und ausgezeichnet sah,aber mehr Versprechungen als Geld und Truppenerhielt, was sich auch fortsetzte, obschon der Herzog fort-fuhr, seine Heldenlaufbahn mit den Ruhmcskränzen vonElsaß-Zabcrn, Rheinfelden und Breisach zu schmücken.Bernhard's Streben ging dahin, sich aus dem Elsaß und dem Breisgau ein fouveraines Herzogthum zugründen; dieß war der Politik Richelieu's entgegen, derdiese Lande an Frankreich zu bringen suchte — und siehe,schnell erkrankte der Herzog und verschied im 55. Lebens-jahre. Schwarze Flecken zeigte sein entseelter Leichnamund laut ging durch alle Lande die Kunde, daß wäl-sches Gift den tapfern Helden hingcopfert, den keinerzu ersetzen vermochte.