Gebhardt Lebrecht v. Blücher
Fürst von Wahlstadt.
Geb. d. 16. Dez. 1742, gest. 12. Sept. 1819.
„Marschall Vorwärts!" so nannte das Volk dendeutschen Kampf- und Siegeshelden, der sich um dasVaterland den ewigen Dank und den Lorbeer der Un-sterblichkeit verdiente. G. L. v. Blücher aus dem HauseGroßen Rauzow, wurde zu Rostock geboren und warder Sohn eines Hessen-Cassel'schen Rittmeisters. Inkriegerisch bewegte Zeit fiel seine Jugend, da klangenschon die hohen Namen Ziethen, Schwerin u. a., deneneinst der seine sich ruhmvoll genannt anreihen sollte.Blücher hatte schon 1738 im v. Mörner'schen Husaren-regiment schwedische Dienste genommen, wurde im2. Dienstjahre preußischer Kriegsgefangener und dannpreußischer Husar unter Oberst Belling, sah sich aberzurückgesetzt, mit Absicht Übergängen und forderte alsSiabs-Nittmeister den Abschied, indem er sich zugleichvermählte und sich in die Ruhe des Landlebens zurück-zog, nächst dem, daß er in den Civildicnst trat und die Stelleeines Rittcrschaftsrathes bekleidete. Noch war Blücher'sZeit nicht gekommen, und schien auch nicht kommen zuwollen; denn Blücher zählte 45 Jahre, ehe noch der durchdie französische Revolution erregte Waffenlärm durch
gest d. 12. Sept. 1810.
die Länder rauschte. Jetzt rief ihn König FriedrichWilhelm II. 1787 als Major wieder zum alten Husaren-regimcnte, das Blücher später als Obrist gegen dieFranzosen führte. Binnen kurzer Zeit war sein Namegeachtet und gefürchtet; von Blücher und seinen tapferenHusaren sprach bald genug alt und jung; als General-major wurde er zum Wächter des Niederrhcins bestellt,bis der Friedensschluß zwischen Preußen und Frankreichim Jahre 1795 die sieggewohnten Waffen in die Scheidenbannte. Blücher wurde 1801 zum Gcnerallicutenant erho-ben, nahm 1802 für seinen König Friedrich Wilhelm III.Erfurt und Mühlhausen in Besitz, und als der Feldzug desJahres 1806 begann, befehligte er in der Hauptarmec.Sein Scharfblick, seine Vorsicht im Bunde mit energischerRaschheit, wenn es galt, kühn und feurig und dochbesonnen zu wirken, an Jahren nun schon ein Sechziger,an Muth und Kraft noch ein Jüngling, bewirkten un-endlich viel und so leistete Blücher als Feldherr aus-gezeichnetes und außerordentliches, namentlich in denSchlachten von Auerstädt und Jena, bis gleich demPreußens auch sein eigener Glücksstern sich trübte, und