Druckschrift 
Zweihundert deutsche Männer in Bildnissen und Lebensbeschreibungen / hrsg. v. Ludwig Bechstein
Entstehung
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fordert, begleiteten Eckhvf stets hohe Tugenden desMenschen, hohe Eigenschaften des Künstlers. Mit denkörperlichen Mitteln hatte Mutter Natur Eckhof nurstiefmütterlich bedacht, ausgenommen das gewaltige,füllreiche und doch wieder milde, hinreiffende Organ.Eckhofs Leibesgestalt war klein, der Bau seiner Füßeunschön, die Schultern waren hoch, seine Haltungaußer der Bühne nachlässig, schlotterig, aber auf derBühne da war an ihm nichts von allen diesenGebrechlichkeiten und Nachlässigkeiten erkennbar. DieGestalt abgerechnet, wurde Eckhof der Roseius derdeutschen Bühne.

Eckhof war ohne alle Ansprüche, liebevoll, gefällig,wohlthätig, voll Ordnungsliebe, voll Redlichkeit, vollächter Humanität und Religiosität) er war es, der denStand eines deutschen Schauspielers durch seinen makel-losen Wandel, durch die hohe Gediegenheit seines Cha-rakters auch in gesellschaftlicher Beziehung auf eine« Stufe der Ehre hob, die jener früher noch nicht ein-nahm. Als Künstler, als Mimiker, wie als Rednerhatte noch keiner so gespielt wie Eckhof; so naturtreu,so hingebend an den Dichter, so zu den Gefühlensprechend, so erheiternd, so erschütternd; denn er wargleich groß als Tragöde wie als Komiker, im Konver-sationsstück wie in der Posse.

Es ist überall bei allen, die über Eckhof geschrie-ben haben, nur eine Stimme des Lobes und der un-begrenzten Anerkennung. Er war, sobald er heraus-trat auf die weltbcdcutendcn Bretter, nicht mehr derSchauspieler Eckhof er war ganz der Mann desCharakters, den er darstellte, er spielte diesen nicht,er lebte ihn, darin bestand vor allen seine Größe.

Eckhof war selbst Schauspieldichter und schrieb als

Dramaturg über die Bühne. Seine Stücke sind ver-klungen, sie sind es nicht, die seinen Namen unsterblichmachen, darin allein hat sein Nachfolger Jffland ihnüberflügelt. Aber in Darstellungen seiner Rollen ver-lieh Eckhof selbst der Tirade des Dichters Reiz, undverschönte die Alltagsrede, ohne aber zu predigen undzu dcklamiren, nein, auch bei ihm war Ausdruck undGefühl alles,Name war Schall und Rauch, um-nebelnd Himmelsgluth" wie Goethe's Faust beiErwähnung des erhabensten Gedankens sagt. Won Les-sing wurde Eckhof auf das freudigste anerkannt.

Die bedeutendste Wirksamkeit Eckhofs entfaltete sichnächst der Schönemanu'schen Bühne auf der von FranzSchuch, zu jener Zeit eine der besten in Deutschland ,der von Koch in Lübeck , dem Eckhof nach Schönemann'sTode dessen Gesellschaft zuführte, worauf 1764 Eckhofzu Ackermann nach Hamburg kam, dann 1769 beiSeyler in Hannover Engagement nahm. Im Jahr1775 that sich ihm ein Hafen, nicht für träge Ruhe,sondern für energisches gesichertes Wirken auf, er wurdeMitdirektor der Sachsen-Gothaischen Hofbühne, die er,jede anderweite Lockung ausschlagend, nur zu Gastspielin Weimar verließ. In Gotha vor allem lebt sein An-denken gefeiert fort, dort ist sein Grab. Der Geistim Hamlet war seine letzte Rolle, der Zuruf:Ge-denke meiner!" sein letztes Bühncnwort. Er blickteruhig dem Tod ins Antlitz und starb sanft und ergeben,wenige Monden nach seinem letzten Auftreten. Höchstehrenvoll war sein Leichenbegängnis;. Er war Mitgliedder Freimaurerloge Ernst zum Compaß in Gotha ge-wesen, die Loge veranstaltete seine Beerdigung mitentsprechender Feierlichkeit. Ein Baum beschattet seinGrab, ein einfacher Denkstein schmückt eS.