enthielt nur wenige nicht illnstrirte Werke, sein Ge-schäft war groß und ausgebreitet, dennoch ist so vielesin seinem Leben noch unklar oder völlig dunkel, unddie Geschichte der Kunst erwartet noch eine volle Wür-digung und gesichtete Darstellung der LebensumständeFeyerabend's als Geschäftsmann, wie als Künstler.Man schreibt ihm als ausübenden Holzschneider vieleszu, davon noch nicht mit Gewißheit erwiesen ist, ob esihm angehört, denn das Monogramm 8. b"., das aufsehr vielen Holzschnitten begegnet, ist kein sicherer Führer,um jedes Blatt Feyerabend zuzueignen, das es trägt,denn das b bedeutet häufig leoik. In einer Bibel von1561 befinden sich geistvolle figurenreiche Holzschnitte,unverkennbar im Geiste des Virgil Solis oder JostAmmon gezeichnet, welche dem Messer Sigmund Feyer-abcnd's zugeschrieben werden; eben so in Kellner'sChronik die Bildnisse der Dogen von Venedig, derenZeichnung jedenfalls Ammon angehört. In einerneuen Ausgabe der metrischen Übersetzung von Bir-gitts Acneis, welche 1559 von Zöpfel gedruckt erschien,trägt das verzierte Titelblatt das Zeichen 8. 1?. unddie Holzschnitte des Buches, die man Sigmund F. eben-falls zuschreibt, machen dem Künstler alle Ehre, ge-hören aber verschiedenen Zeichnern an. Von den Ver-lagswerken des thätigen Mannes und seiner Erbenseien nur genannt: die Verwandlungen Ovid's mitHolzschnitten von Virgil Solis ; dessen 1561 erschienene
treffliche Bildcrbibel; die Bibel Jost Ammon's; dessenmit Stimmer gearbeitetes Neueres Kunstbuch, -1. 1580;dessen äußerst seltenes Ständebuch mit Versen vonHans Sachs , 1568; dessen Jagdbuch; Johann Aven-tin's Bildnisse der 12 ersten alten deutschen Königeund Fürsten , Schnitte von Ammon, 1580, Fol.; dasAugsburger Geschlechterbuch, mit schönen blattgroßenSchnitten von P. H. Mair, I. Ammon und S. Feyer-abend ; das Buch von Kaiserlichen Kriegsrechten, Fol.,1564; Schopper's lat. Reinicke Fuchs, 1574; I. Am-mon's sehr seltenes Frauentrachtenbuch, 1586; Nicol.Reusncr's Ovid, 1580, mit Holzschnitten von VirgilSolis ; das hochseltene Buch der Liebe, Fol., eineSammlung beliebter älterer Ritter- und Volksromane,mit zahlreichen Holzschnitten, welches bei Sigm. Carl F.1587 erschien; I. Ammon's und Hans Bockspergcr'sThierbuch, 1592, bei S. Feyerabend's Erben. Eswar eine ganze, reiche und schöne Kunstliteratur, dieSigmund Feyerabend's Fleiß und Thätigkeit zur Erschei-nung brachte und durch welche er sich ein Verdienst umBildung, Gesittung, Cultur , um Verbreitung der Freudeam Schönen erwarb, und dieß ist es, was ihm wohl-begründcte Ansprüche auf ein dankbares Andenken er-worben hat. Man kennt nicht einmal das Jahr seinesTodes; im Jahre 1586 erscheint sein Name noch alsVerleger, später nicht mehr, und so ist anzunehmen,daß er um diese Zeit in ziemlichem Alter gestorben sei.