Johann, Herzog und Kurfürst zu Sachsen.
Geb. d. 30. Oct. 1467. gest. d. 16. Aug. 1532.
Der Wissenschaften Freund, der Reformation treuerFörderer, unter dessen Schutz und Schirm sie empor-wuchs und zur Vollkraft gelangte. Kräftigeren Geistesnoch wie der Bruder und Mitregent, und vor allemkriegerischer gesinnt, fest und beharrlich in unerschütter-licher Treue an dem für wahr und recht erkanntenhangend, verdiente er den von den Zeitgenossen undden Nachkommen ihm beigelegten Ehrennamen: derBeständige, im vollen Maaße.
Johann Herzog zu Sachsen wurde zu Meißengeboren, in der stolzen Albrechtsburg, und brachte seineJugend, so sehr auch er den Wissenschaften Freund war,in ritterlichen Uebungen hin, zog mit Kaiser Maxi-milian I. gegen die Ungarn, gegen Venedig und gegenGeldern im Niederland, und stählte Muth uud Be-harrlichkeit im eisernen Kriegshandwerk. Mit muth-voller Tapferkeit erstürmte er die Feste Griechisch-Weissenburg und erwarb sich den Schmuck der Mauer-krone dadurch, daß er der erste war, der iden Fuß aufdie Mauern dieser Feste setzte.
Im Jahr 1525 wurde Herzog Johann durch den
Tod seines Bruders, des Kurfürsten Friedrich III. zuSachsen, welcher unvermählt geblieben war, Allein-Regcut und Erbe der Kurwürde. Leider war ihmgleich geboten, gegen die rebellischen Bauern das Schwertzu ziehen und nebst seinem Sohne, im Bunde mitHerzog Georg zu Sachsen, den Herzogen Otto undHeinrich von Braunschweig, dem Landgrafen Philippzu Hessen und den Harzgrafen die Rebellen in derMühlhäuser und Frankenhäuser Gegend niederzuschlagen,worauf der Kurfürst mit dem Heere von Mühlhauscnnach Eisenach zog, die dortige Gegend von dem auf-gewiegelten Gesinde! säuberte, dann nach Schmalkaldcnund in das Werrathal rückte, Schmalkalden fegte undstrafte, Meiningen entsetzte und das Henneberger Landvom Druck einer Dreschstegelherrschast befreite, undalles aufbot, den freventlich gebrochenen Landfrieden alsdes heiligen römischen Reichs Erzmarschall wieder her-zustellen und aufrecht zu erhalten. Indessen ließ Kur-fürst Johann bei diesem Fcldzug so viele Milde undSchonung walten, als möglich war, und übte in seinenLandestheilen bei weitem nicht das furchtbare und