Christoph Friedrich Werthes.
Geb. v. 2«. April >77«, gest. d. 18. Mai >81».
Dieser mit Ruhm und Ehren genannte ächt deutsche Mann, eine der ausgezeichnetsten Zierden seines Standeswurde zu Rudolstadt geboren, wo sein Vater fürst-lich Schwarzburgischer Steuersekretär war. Dort besuchteder Sohn, der früh des Vaters durch den Tod be-raubt ward, unter die Obhut eines Oheims und dessenSchwester gestellt war, und von dem Geschwisterpaarevom siebenten Jahre an mit Liebe gepflegt wurde, dasGymnasium, machte aber in den Wissenschaften, diedasselbe lehrte, keine wesentlichen Fortschritte; dafür laser desto mehr Bücher, wie sie sich ihm gerade boten,und erbaute sich eine Welt des Phantastischen und Idealen,die noch genährt wurde durch den schon längere Zeitvergönnten Aufenthalt auf dem romantischen SchlosseSchwarzburg; dann wurde er zum Buchhändler be-stimmt, und fand 1787 eine Lehrlingstelle in Leipzig. Da für ihn Lehrgeld nicht bezahlt wurde, so wurdecontraktlich festgesetzt, daß er sechs Jahre lernen sollte.Die Lehrzeit war streng und mit allem Druck verbunden,der altherkömmlich war, doch ging Perthes durch einegute Schule und bildete sich zunächst zu einem prak-
tisch brauchbaren Gehülfen aus, nebenbei suchte er sichKenntnisse und Ausbildung durch gute Bücher an-zueignen. Sein Prinzipal schenkte ihm ein halbes Jahrseiner Lehrzeit und empfahl Perthes an den BuchhändlerHoffmann in Hamburg, der ihn nach der Ostermesse1793 gleich mit sich nahm. Dort gefiel Perthes sichäußerst wohl, obschon der Arbeit fast eben so vielewar, wie in Leipzig; er trat mehr in das große ge-sellige Leben ein, das voll neuer Bewegungen wardurch die französische Revolution, durch die zahlreichdort sich zusammenfindenden Emigranten und andereFremde; das warf manchen zündenden Geistesfunken indie Seele des Jünglings. Er gewann neue Weltan-schauung, neue Freunde, denen er lieb wurde, wiesie ihm, und im Jahre 1797 trat Perthes aus Hoff-manns Geschäft um ein eigenes selbständiges Geschäftund zwar als bloßer Sortimcntsbuchhändler zu beginnen,was noch gar nicht Brauch war im deutschen Buch-handel. Er verheirathete sich mit Earoline Claudius,der Tochter des beliebten Wandsbecker Boten, hattemanche Geldverlegenheit zu überwinden, welche in