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Hans
Geb. d. 5, Nov. IM,
Ein höchst ehrenhafter deutscher Dichter und Meister-sänger, ein Mann aus dem Volke; auch er war einFörderer der Reformation, ohne Fürst, ohne Ritter,ohne Theolog zu sein; durch die Macht der Poesie ver-breitete und verherrlichte er die Wahrheit und ihreSiege.
Hans Sachs , der Sohn eines Schneiders, erblicktein Nürnberg das Licht des Tages. Der Vater warein redlicher Mann, wollte den Sohn was rechteslernen lassen und that ihn im 15. Jahre auf eine ge-lehrte Schule der Stadt, aber nicht lange, denn derJüngling war kränklich und schwächlich. Die Studienschienen ihn allzusehr anzustrengen; ein stilles friedlichesHandwerk sollte ihn nun beschäftigen und ihm dengoldenen Boden sichern. Was aber der fähige Jünglingmitbrachte aus der Schule auf den Schuhmacherschemel,viel und mancherlei erlerntes in der Art, wie zu seinerZeit die Wissenschaften gelehrt wurden, das trieb dochin ihm seine stillen Blüthen, kehrte sich nach innen, daes nicht nach außen strahlen durfte, und wurde —Poesie.
Nun "blühte in Nürnberg vorzugsweise vor vielenandern deutschen Städten die Kunst der Meistersingerei,zwar in strengen, schulgcrechten, ja steifen Formen,indeß sie blühte doch, Sachs erlernte sie, ein WeberNamens Nunnenbcck lehrte sie ihm; er trug die Kunstim Herzen und im Gemüthe und weit hinaus in dasLeben, auf die fröhliche Wanderschaft. Südwärts zoges ihn auf dieser nach Regensburg zunächst, nach Passau dann auf der Donau Wellen und Wogen in das rei-zende Salzkammcrgut, dann durch den Böhmerwaldüber manches Gebirg nach dem Sachsen-, dem Thü-ringerlande.
Sachs hielt sich als ein recht frommer Wander-gesell ehrbar und züchtig, siegte der Versuchung ob,mit schwärmenden Gesellen ein nicht tadelfreies Lebenzu führen, welche Versuchung ihm einige mal nahe trat,zumal da er zum Waidgescllen des jagdlustigen KaiserMaximilian sich hatte annehmen lassen und auf denAlphöhen Tprols des Jägersmannes freie Lust undWeide kennen lernte. Da zog's ihn heimwärts, ernahm den Weg über München , sang in der dortige»