Johann Peter U;
Geb. d. 3. Oct. 1720, gest. d. 12. Mai I7M.
Ausgezeichnet und hervorragend aus dem Dichterkreiseeiner in sich abgeschlossenen Literaturepoche, auf die ermit Glcim, Götz, Hagedorn, Rabener , Rammler undandern verklärende Strahlen warf, und namentlich mitden beiden ersteren im innigsten Freundschaftsbunde ver-knüpft und verwachsen, verdient Uz, Deutschlands hei-terer und lebensfroher Anakreon, eine würdige Stelleim Tempel des Nachruhms.
Uz ging aus schlichtem Vürgerstande, der aber derKunst befreundet nahe stand, hervor; sein Geburtsortwar Ansbach , der Vater war Goldarbeiter, mehrereVerwandte waren Maler, auch ein Bruder des jungenUz erlernte die Malerei, und er selbst blieb nicht ohneNeigung zu dieser Kunst, doch trat später die Vorliebefür Poesie noch lebendiger in ihm hervor. Nach vemBesuche des Gymnasiums der Vaterstadt bezog Uz dieUniversität Halle, um Philosophie und Rechtswissen-schaft zu studiren. Hier war es, wo er den Lebens-und Bruderbund mit Gleim, der mit ihm gleichzeitigdort studirte, und mit Götz schloß, und vereint hul-digten diese drei mit noch einigen erlesenen Freunden
den Musen, beschäftigten sich mit alten und neuerenDichtern und versenkten sich innig in die Zaubersphäreder Poesie.
Im Jahr 1740 erschien von Uz die Uebersetzung Ana-krcons, die beste ihrer Zeit, an welcher Götz hauptsäch-lichsten Antheil hatte; Horazische Gefühls- und Ausdrucks-weise gab allen Dichtungen von Uz Schwung und Weihe.
Uz war nach schmerzlicher Trennung von seinemGleim, der in Berlin eine Stellung fand, und nachvollendeten akademischen Studien wieder nach der Hei-math gekommen, wo er von 1748 an lange und über-lange am Teiche Bcthesda der Anwartschaft einer festenAnstellung lag, und zwölf Jahre ohne Gehalt alsMarkgräflich Brandenburg-Ansbachischer Justizamts-sccretair in bewunderungswürdiger Genügsamkeit aus-harrte, und dabei dennoch fröhlich dichtete. Lied undLiebe, Wein und Freude waren die Götter, die seineLyra stimmten, und der Beifall der Kenner sein Lohn.Gleim gab 1749 lyrische Gedichte von Uz heraus, spätererschien «der Sieg des Liebesgottes» und die didaktischgehaltene «Kunst, stets fröhlich zu sein.»-