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Ulrich von Hutten
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Nassau (iächcit unmerklich) Die Apfel werden vielleichtnicht gar zu rasch reif.

Oleander: Wenn die Sonne recht heiß scheint,Und meiner Treu! Die Hundstage lassen vielleichtnicht gar zu lange auf sich warten.

Nasslttl (etwas verblüfft, den Kardinal fixierend) Hm!Ich dächte, wir haben noch eine Weile bis dorthin!

Älcaiider: Mag ja sein!--Ich denke wir lassen

das; dort innen! Da sind wohl alle eure deutschenSchönheiten beisammen?

Nassau (trocken) Frau von Bergen ist bereits da.

Oleander (geckenhaft lächelnd) O Ihr seid ein großerGeist, ein seiner Politiker überall! Vielleicht sehtIhr aber doch manchmal etwas schief. Kommt Ihrnicht mit? Aus Wiedersehen! (er drückt Nassau dieHand und geht in den Festsaal ab.)

Nassau (in den Bart brummende) Verdammter Huud!

' (er geht ärgerlich und nachdenkend einige Male auf und ab;vor sich hin:) Hätten wir nur den S ick in gen! Aberweiß der Teufel!

(Landgraf Philipp von Hessen und Churfürst Ludwig v. d. Pfalz kommen von links mit kleinem Gefolge.)

Hessen : Anhaben sollen sie ihm nichts! Wir sindstark genug, wenn wir uns zusammenthuen; und, weißGott , es ist hoch Zeit, daß wir der Pfasfeuwirthsaftein Ende machen.

Pfalz : Der Kaiser wird sein Wort halten.

Hessen : Hm! Man hat Exempel! (er bemerktNaussau) Grüß Euch Gott, Nassau !

Nassau: Grüß Gott , Ihr Herreu! (er reicht beidenFürsten die Hand.)

Hessen : Ihr wartet auf jemanden?Nassau : Auf den Kaiser.

Hessen (deutet auf die Papiere in Nassau's Hand)) Was

giebt's neues im Reich?

Nassau (gedämpft:) üble Geschichten! Der Tanzkaun bald losgehen. Wir rechnen auf Eure Unter-stützung.