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Ulrich von Hutten
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Kart isreudig-) Gebe Gott , daß wir uns ftnden!Eure Hülfe würde ich-ungern vermissen (geht näher aufihn zu- halblaut:) Ein Reich soll sein von Sonnen-aus g a n g bis Sonnenuntergang, und gegenseineu Glanz soll das Römerreich erblassen.

Isllttr» (mächtig enttäuscht: er entzieht heftig dem Kaiser

seine Hand:) Kaiser! Wir finden uns nicht!

Kar! (zurückprallend:) Wie?! Euer großer Plan?!

Huttnn Hört mich, Majestät! Verzeiht meinen hartenWorten! Ihr hascht nach Phantomen!

Rar! (sich an die Stirn greifend:) Hai!

ijuttrii flehend:) Kebrt zurück zu unserer Zeit! DieWeltreiche gehören der Vergangenheit! Die Gegenwartringt nach anderen Zielen!

(Karl »'endet sich verächtlich ab und spricht leise mit Rassau,)

Hütten: Ich sehe Euer Schicksal voraus! Ihr thutmir leid, Ihr könnt den Gang der Geschichte nichthemmen. Werft Euch dem Unabwendlichen entgegen,es zertritt Euch und schreitet über Eure Vernichtungseinen unverrückbaren Weg.

NlU'l ispricht mit Nassau weiter und wendet sich dann zuHmien, eisig:) Ihr seid entlassen.

Hnttcil: Hört mich! Ich bitte Euch!

Karl: Was wollt Ihr noch?

Huttni: Euch retten! (heilig:) Ihr heißt Kaiser!Seid Ihr Herr im Lande? Versucht es und befehlt!Unfere Tyrannen sind auch Eure Tyrannen. Bettelnmüßt Ihr bei ihnen gehen, um das zu scheinen,was Ihr sein könntet. Seht das deutsche Volk!Blutend in den Fehden seiner Fürsten, zerfleischt undzerfetzt von ihrer Selbstsucht liegt es ohnmächtig amBoden, uud römische Psaffen treiben ihren Spott mitihm!

Jetzt hat es ein mächtiger Geist erfaßt. Es rafftsich auf und zerreißt feine Ketten. Wollt Ihr zusehen,wie seine Henker es wieder niederpeitschen? Gebtihm Freiheit! Stellt Euch au seine Spitze! Wie ein