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Ulrich von Hutten
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Karl: Man klagt mir viel über Euch Hütten «siehtihn an, als erwarte er Antwort: Pause.) Ihr verletzt dieAutorität des Papstes und der Geistlichkeit.

Hnttcn: Ich keime des Papstes Autorität nicht.

Karl (etwas verblüfft :) Ihr seid kühn.

Hnttcn: Ich kann nicht lügen und hencheln.

AM (nach einer Pause: Ich finde Gefallen an Euch;drum ließ ich Euch rufen.

Hütte» (misztrauisch und erstaunt:) Ihr «U mir?!

Karl (versteht seine Augen:) Ihr habt etwas widermich, Hütten! Ihr schweigt? Wohlan! Sprecht frei.

Hnttcn: Darf ich frei sprechen?

Karl: Vor Eurem Kaiser sollt Ihr kein Geheimnishaben. Ich liebe ein offenes Wort.

Hütten (zögernd:) Nun denn! Ihr wollt es!Ihr seid ein Spanier, Majestät!

(Verblüffung bei den Räten, welche dem Gespräche zuhören.)

Karl (lacht:) Ein Spanier?! Was wollt Ihr damitsagen?

Hnttcn: Wir gehören zwei verschiedenen Weltenan. Der Spanier versteht uns Deutsche nicht. EinKaiser fehlt uns, der des Volkes Secle kennt, der dieGeister zu führen weiß zu dein großen Ziele unsererZeit. Ein deutscher Kaiser verstünde es.

Aarl (macht erst Miene aufzubrausen, unterdrückt aberrasch die Bewegung; sehr ernst:) Es ist mein Schicksal!Überall bin ich sremd. In Spanien ein Deutscher undin Deutschland ein Spanier. Ihr kränkt mich, Hütten!Ist's meine Schuld, daß wir uns nicht verstehen?Ihr Deutsche versteht mich auch nicht! Nur für eurekleinen Streitereien habt ihr Sinn. Meinegroßen Pläne, eine neue Zeit zu schaffen, ihr faßtsie nicht.

Hnttcn (erstaunt:) Eure großen Pläne?! Es gibtnur einen großen Gedanken in unsrer Zeit, nur deneinzigen! (warm:) Hier sinden wir uus! GebeGott , daß ich Euch recht verstehe!