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Trier (erschrocken-) 'Nein! Keinen Blick thut Ihr indas Papier! (nimmt ilim den Brief:) Die Ritter habenwir auf dem Hals! Die ganze Gesellschaft!
Eck (erschrocken:) Allmächtiger!
Trier : Sie wollen uns aus dem Lande jagen mitSchimpf und Schande, uns alle, uns Reichssürsten!Mit uns liier machen sie den Anfang,
Eck: Da sei Gott vor!
Trier ' Jede Stunde kaun sie bringen! (verzweifelt-.)Wir sind verloren, Eck! Wir sind verloren!
Eck: Darf ich fragen, woher Ihr die Nachricht habt?
Eck' Ich meine: Ist sie zuverlässig?
Trier : Ganz zuverlässig. Der Sickingen kommtzuerst über die Stadt. Die andere Riter vereinigensich hier mit ihm. Sie haben Truppen — Geld —alles — alles!
Eck: Was thun?! — Allmächtiger Gott, hilf uns!
Trier : Laßt in der Stadt Lärm schlagen! Schicktan das Neichsregiment und alle Fürsten Eilboten!Laßt die Thore schließen! — Fort! Fort! Thut, wasich gesagt habe! — Alle Bürger sollen auf den Wall!
— Eilt! - Was wollt Ihr noch?
Eck: Soll ich in den Kirchen für uns beten lassen?Trier : Scheer Dich znm — ! Mach was Du willst!
— Fort! (Eck ab.)
Trier:--Gott ! — Wenn er zu früh kommt! —
(klingelt:) Verloren! — Der Sickingen ginge nicht säuber-lich mit inir um, so wenig wie ich mit ihm, wär' erin meiner Hand!
(Der Edelknabe tritt auf)
Den ganzen Tag soll mein Pserd gesattelt bereitstehen. Rudolf soll sich mit zwanzig meiner Lcute ge-wärtig halten, mich zu begleiten, wenn'S nötig ist. —Und die Schlüssel zum Kölner Psörtchen laß' holen!Sobald Gefahr naht, reiten wir nach Köln . Niemandam Hofe und in der Stadt soll davon erfahren! (Edel-
knabi' ab.)