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Margarethe: Der Churfürst halte einen besserenBoten wählen können! — In einer halben Stunde ister da?
Lullt: Kaum so lang wird's währen, — Er liegtim Gehölz — mit seinen Leuten. — Ich soll Euchgrüßen! Wenn alles vorbereitet ist — —
Margarethe: Reite zurück! Grüße Deinen Herrn.Der Thorwart wird Euch einlassen. — Schicke mir denThorwnrt, wenn Du gehst.
(Bube ab.)
Margarethe (geht nachdenklich auf und auf. Sich au dieLehne des Stuhles am Fenster stützend:) Endlich! — End-lich! — Erlöst von dem trostlosen Einerlei! Ich darfwieder atmen und leben!---Damals in Worms !
— Im Taumel vergißt man sich! — Prinz Ferdinandmit den tiefen, weichen, dunkeln Augen! — Wie dermich au sich ziehen konnte — wie heiß, — wie glühend,
— — wie sinnverwirrend! — — — Schon wochen-lang keine Nachricht von ihm--kein Gruß — kein
Wort!---hat er mich schon vergessen?! — Er war
mir der liebste von allen.--(wie sich selbst bespottend:)
Der Churfürst von Trier ! — (sich auf deu Stuhtwerfende) Je nun! Wenn man keinen Wein hat, trinktman Wasser! (bitter:) besser als verdursten! —
(Der Thorwart tritt auf.)
Margarethe: Ich habe Dich rufen lassen. — Icherwarte einen Trupp Soldaten. Mein Mann darfnichts davon wissen, bis sie in der Burg sind.
Thorwart: Gnädige Herrin! — Ich weiß — —wirklich — nicht — —
Margarethe: Was sind das für Bedenken, alterKerl! — Ich habe sie mit meinem Geld geworben
— zu den änderet,. Du weißt ja, nächstens giebt'sKrieg.
T-Honvart: Eigentlich — darf ich —Margarethe (ihm Geld zuwerfend.) Wenn ich es Dirbefehle —!
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