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Ulrich von Hutten
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Thorwart: Ja, gnädige Herrin, das ist was anderes! Wenn Ihr befehlt, das ist was ganz anderes!Da wird unser guter Herr eine Freude haben! Vielesind's ja nicht, die er hat werben können. Sie sindeben rar, weil die Herren alle rüsten. Der Herr wartetnur noch auf fünfzig Mann, dann reiten wir. Weißaber niemand, wohin's geht! Sind's ihrer fünfzig?

Margarethe^ Mehr noch!

Thormart: Da wird sich unser Herr freuen!

Margarethe i Du läßt die Leute ein, ohne jemandendavonzujagen. Alle sollen überrascht werden. Indernächsten halben Stunde sind sie schon da.

Thorwart: Soll niemand was davon merken.Hab' schon manchen eingelassen, (lacht dumm verschmitzt.)

Margarethe (giebt ihm Geld!) Du weißt ja, ich ver-lange keinen Dienst umsonst.

Thorwart: Dank's Euch Gott, gnädige Frau! (ab.)

Margarethe: Keine halbe Stunde mehr!

iDer kleine II l i von Bergen kommt cmf seinem Stecken-pferde.)

llli (jubelnd!) Mutter! Mutter! Sieh mal,wie ich reiten kann! Hot!!

(Peitscht das Pferd.)

Margarethe: Komm her zu mir, und sing' mirDein Reiterliedel!

llli (steht vor ihr nnd sieht sie traurig fragend an:)Weiß nimmer, wie's anfängt.

Margarethe (schaut ihm in die Augen und wird sehr

ernst: murmelnd!) Ulrich von Hütten !

!lli «besorgt!) Bist Du mir bös, Mutter?

Margarethe (wieder heiter!) Hast Du das Liedelvergessen? Komm, ich mill's Dir vorsingen! (nimmt

ihn ans den Schoß.)

(Die Thür fliegt auf. Otto von Bergen tritt ein, zorn-glühend, einen offenen Brief in der Hand.)

Margarethe (erschrocken aufspringend:) Gott !