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Ulrich von Hutten
Seite
86
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IV. Aufxug.

I Auftritt.

Burg Landstuhl.

Franz vvn Sickingen, sehr gealtert, sitzt in einem Lehnstuhl.Hütten steht am Fenster. Er sieht blaß und abgezehrt aus.Seine Augen flackern unstät. Bertha v. Sickingen stehtneben ihm und hält seine Rechte mit beiden Lmndcn gefaßt.

Sickingen: Nein, Hütten! Zaudere nicht noch imletzten Augenblicke! Geh' von uns! Mußt Du Dennmit uns fallen?

(Pause. Hütten gibt keine Antwort. Unverwandt blickt erdurch's Fenster.)

Sickingen: Du machst uns nur den Abschied schwer.Gehe! Du bist noch jung, hast noch ein Leben vorDir. Das sollst Du nicht vertrauern über dem erstenMißgeschicke. Verlaß' uns und trage den Kops hoch!

HlltttN (wendet sich langsam zu Sickingen:) Du quälstmich! Dich soll ich hier lassen, inmitten der Feinde?! Ich war es, der Dich zu dem Wagnis bestimmte.Auf mich hast Du getraut und bist gescheitert. Sollich Dich den Wellen überlassen und feige nur an meineRettung denken? Dein Fall ist meine Schuld.Laß' mich mit Dir fallen.