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Ulrich von Hutten
Seite
102
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Sertli.n Das meinst Du nur! — Die Wundensind am heilen. Das Schlimmste ist überstanden.

Kösel: Wenn er nit davonkam! — (weint.)

üerthn: Komm! Wir gehen hinunter und gebenihm ein Tränklein. Da wird's besser werden. — Duhast ihn gewiß recht gern. — (ergriffen, mit Thränen in

den Augen:) Ja, ich weiß auch--! Armes Ding —!

(faßt sich: Geh' mit! — (will ab. Ein Kanonenschuß, be-gleitet von fürchterlichen: Gepoltsr krachender Balken und fallen-der Steine.)

örrtljll (tödlich erschrocken: fällt auf die Knie:) GnädigerGott ! Allmächtiger! — Wende es ab! — Der Vater!

— Der Vater — — (Sie springt auf. Wie gebannt kannsie keinen schritt vorwärts machen. Die Hände in furchtbarerAufregung an die Brnsi gepreßt horcht sie gespannt. Toten-stille. Ihre Lippen beben leise. Ihre Augen starren gläsernin Leere. Regungslos verharn sie einige Augenblicke in dieserStellung. Stimmen hinter der Szene : Bertha erwacht nnd ihnteinen Schritt nach vorn: gepreßt:) Gott im Himmel, steh

mir bei!

(Stimmengewirr hinter der Szene. Mit plötzlichem Entschlußreißt Bertha die Thür auf, taumelt mit gellendem Aufschreizurück und bricht zusammen.)

Nösel: Gott ! — Großer Gott! Das Fräulein!i bemüht sich nm Bertha.)

(Friedet und andere Buben kommen. Am einer Bahre auszwei Balken mit darüber gelegten Brettern tragen sie den be-wußtlosen, blutüberströmt, n Sickingen.)

Friedet: Allmächtiger! Was ist dem Fräulein?!(eilt auf Bertha zu.)

Köscl: Eine Ohnmacht! — (erblickt Sickingen:) Gott !Unser Herr! — Unser Herr!

LrrtlM (erhebt sich langsam und blickt mit schmerzverzerrtenGesicht nach der Bahre: hauchend:) Tot?

Friede!: Nein! — Nicht tot! —' Faßt Euch,

Lertha: Was — ist geschehen?

Friedet: Die Kugel schlug in's Gebälk, und einSplitter flog ihm in die Seite.