Sertli.n Das meinst Du nur! — Die Wundensind am heilen. Das Schlimmste ist überstanden.
Kösel: Wenn er nit davonkam! — (weint.)
üerthn: Komm! Wir gehen hinunter und gebenihm ein Tränklein. Da wird's besser werden. — Duhast ihn gewiß recht gern. — (ergriffen, mit Thränen in
den Augen:) Ja, ich weiß auch--! Armes Ding —!
(faßt sich: Geh' mit! — (will ab. Ein Kanonenschuß, be-gleitet von fürchterlichen: Gepoltsr krachender Balken und fallen-der Steine.)
örrtljll (tödlich erschrocken: fällt auf die Knie:) GnädigerGott ! Allmächtiger! — Wende es ab! — Der Vater!
— Der Vater — — (Sie springt auf. Wie gebannt kannsie keinen schritt vorwärts machen. Die Hände in furchtbarerAufregung an die Brnsi gepreßt horcht sie gespannt. Toten-stille. Ihre Lippen beben leise. Ihre Augen starren gläsernin Leere. Regungslos verharn sie einige Augenblicke in dieserStellung. Stimmen hinter der Szene : Bertha erwacht nnd ihnteinen Schritt nach vorn: gepreßt:) Gott im Himmel, steh
mir bei!
(Stimmengewirr hinter der Szene. Mit plötzlichem Entschlußreißt Bertha die Thür auf, taumelt mit gellendem Aufschreizurück und bricht zusammen.)
Nösel: Gott ! — Großer Gott! Das Fräulein!i bemüht sich nm Bertha.)
(Friedet und andere Buben kommen. Am einer Bahre auszwei Balken mit darüber gelegten Brettern tragen sie den be-wußtlosen, blutüberströmt, n Sickingen.)
Friedet: Allmächtiger! Was ist dem Fräulein?!(eilt auf Bertha zu.)
Köscl: Eine Ohnmacht! — (erblickt Sickingen:) Gott !Unser Herr! — Unser Herr!
LrrtlM (erhebt sich langsam und blickt mit schmerzverzerrtenGesicht nach der Bahre: hauchend:) Tot?
Friede!: Nein! — Nicht tot! —' Faßt Euch,
Lertha: Was — ist geschehen?
Friedet: Die Kugel schlug in's Gebälk, und einSplitter flog ihm in die Seite.