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Ulrich von Hutten
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Friede!, Man sieht noch nichts vor Staub,

Sickingen: Vom Hauvtdach wird man's am bestenüberblicken können, Komm mit mir, Friede!!Und Du, Bertha ! Es ist sicherer drunten,

Scrtha (flehend:) Geh' nicht hinauf. Bater! Ichbitte Dich, geh' nicht ans's Dach! Wenn eine andreKugel

Sickiilgein O Du thörichtes Kind!

Sertha: Vater, geh' nicht! Mir ist so bang!

Sickillgein Unser Herrgott hat mich' in seinemSchutz. Ich fürchte mich nicht!

öertll«! (klammert sich an ihn; heisz flehend:) Geh' nicht,

Vater! Wenn Dir etwas zustößt--wenn sie

Dich! Denk' an mich, Vater, an Deine einzigeTochter! Was soll ich ohne Dich---

SickillglN (macht sich frei; fast ärgerlich:) Was ist mit

Dir? Die ganze Zeit her warst Du so mntig!Laß' mich! Geh' in den Keller hinunter! (raschmit Friede! ab.)

Gertha (ihm nachrufend:) Vater! Vater! (eilt ihm

nach, kommt aber bald wieder zurück: zu sich kommend:) Wie

war mir? Ha! So eng! So bang! (tritt zumFenster,)

(Rösel kommt; leise weinend.)Skrthlt (wird aufmerksam uuo wendet sich nach ihr um:)

Was hast Du, Rösel? Warum weinst Du?

Kösrl: 's ist gar zu traurig dort unten. Der Roberthat's Fieber; da setzt er sich auf und schaut uns alleso sremd an und schwätzt grausiges Zeug; er müßt'sterben, sagt er immer und läßt sich's nit ausreden;und dann lacht er so wild, und heult wieder wie einkleines Kind. Man kann den Jammer nit mit an-sehen.

Lrrtha: Sei ruhig, Rösel, sei ruhig! Das wirdschon besser. Den Friede! hats gerade so gehabt, undder ist auch davongekommen.

Kösrl: Nein! Nein! So Hat'S der Friedel nitgehabt! So arg nit!