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III. Auftritt.
Burg Landstuhl.Sickingen. Bertha.
Sickingen: Das richtet schreckliche Verheerungen an.So kann's nicht lange mehr weiter gehen! — Früherwar's anders. Da hat man gekampft, Mann gegenMann. Der Kraft und dem Mut wurde der Sieg.Das war meine Zeit. Jetzt hab' ich mich überlebt.Wenn die Burgen nicht mehr fest sind, ist's mit denRittern aus.---
Geh' Du in den Keller, liebes Kind! Es ist sichererdort unten.
Sertha: Laß mich nur!
Sickingen: Wozu willst Du Dich mutwillig derGefahr aussetzen?
Lertha: Du bleibst ja auch oben.
Sickingen: Ich muß. — Thu' mir den Gefallen,Kind und steige hinunter!
Lertha: Dort unten ist mir so dumpf und bang —
(Ein Kanonenschuß. Krachen u»d Rumpeln über der Bühne.)
Sickingen: Wieder eine Kugel! Gott steh uns bei!Sertha: Allmächtiger!
Sickingen: Die ist in's Dach. — Höre auf mich!Geh' in den Keller! Ich will schnell nachsehen, wie'sdroben aussieht. — Gott sei Dank, daß ich nicht mehrgichtig bin und überall selbst sein kann, wo's not thut,(will ab. An der Thür begegnet ihm Friedet.)
Sickingen: Wo hat die Kugel eingeschlagen?
Friede!: Ins große Thurmdach. — Alles ist zu-sammengestürzt.
Sickingen: Sieht man Feuer?