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Ulrich von Hutten
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Ferdinand (betroffen:) Ja! Zur Zeit der Reichs-tages

Nassau: Da war sie hier. Und ist Euch nichtsüber sie zu Ohren gekommen?

Ferdinand (unruhig-) Ich weiß--Nein, wirk-lich nicht!

Nassau: Man sagte Ihr nicht viel gutes nach.

Ferdinand (wird immer unruhiger:) So?!Nassau: Man sprach von einem Verhältnis zwischenihr und dem Kardinal Aleander .Ferdinand: So?!

Nassau: Und der Erzbischos von Trier sei ihrauch etwas sehr nahe gestanden.

Ferdinand: So? (lacht gezwungen:) Was Ihrdoch alles wißt!

Nassani Gesetzt, dns ist wahr. Wohin ist sie dennverschwunden?

Ferdinand: Und Ihr glaubt, es ist wahr?

Nassau: Kein Grund, es nicht zu glauben. Ichhabe fünfzig Jahre hinter mir und sehe Welt undWeiber mit weniger idealen Augen an als Ihr mitEnern einundzwanzig.

Ferdinand: Haltet Ihr wirklich ein Weib fürfähig ?

Nassau- Nicht ein Weib! Alle Weiber!

Ferdinand «sinkt erschöpft in einen Sessel:) Ha!

Nassau: Lebt noch zwanzig Jahre! Dann sagt, obIhr anders denkt!

Ferdinand «sich zusammennehmend:) Macht es morgenmit Ale and er aus! (rasch ab.)

(Nassau geh: kopfschüttend nach der andern Seite ab.)

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