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Ulrich von Hutten
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Nassau: Jetzt ist entschieden. Morgen haben wirnur noch zu nicken und zu unterschreiben.

(Pause.)

Ferdinand (zagend:) Werden wir Hütten ächten?

Nassau (stellt sich prüfend vor ihn:) Was habt Ihr

wider den Menschen?

Ferdinand (traurig:) Also nicht?

Nassau lernst:) Hütten und Sickingen werdenwir ächten.

Ferdinand (auibransend:) Das dürst Ihr nicht!

Nassau: Ich muß es! Wir müssen unsüberwunden erklären. Der Kaiser braucht wohlden Sickingen, aber erst später. Den Papstbraucht er jetzt. Die Gegenwart kommt vor der Zu-kunst.

Ferdinand- Mich kränkt's in nesster Seele.

Nassau- Laßt es Euch nicht zu nahe gehen, Hoheit!Sie werden den Sickingen zur Übergabe zwingen undihm ritterliche Hast gewähren. Und wenn sie ihn auchein wenig beschneiden, es wird ihm nichts schaden,und verdient hat er's schließlich auch.

Ferdinand: Ich traue den Fürsten nicht. Wie hates der Churfürst von Trier in Franken ge-macht?!

Nassau: Ja er hat

Ferdinand (hastig:) Habt Ihr bestimmte Nachrichten?

Nassau: Genaue nicht! Aus Schloß Bergensoll er furchtbar gewütet haben. Bergen selber habensie umgebracht.

Ferdinand - Und Frau von Bergen?!

Nassau (erstaunt:) Frau von Bergen?!

Ferdinand - Wißt Ihr nichts?! Sie ist spur-los verschwunden!

Nassau: Was?! (sich besinnend:) So so!

Ferdinand: Spurlos verschwunden!

Rassau: Nun ja! Kennt Ihr sie, die Frauvon Bergen?