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Margarethe: Ich will nicht glauben, daß es nichthilft.
Mönch' Seid Ihr erst im rechten Glauben--
MariMttcht (plöiUich losbrechend:) Ha! Ich kenneEuch! Hunde! Schnrken! schufte! — Wie EuerHerr, der Erzbischof! — Aber wenn Euch Euer Glaubevor Euerm Gewissen schützt, dann kann er vielleicht auch
mich schützen! So schlecht wie Ihr bin ich nicht!---
lsich beruhigend:) Gieb mir die Beruhigung, daß Tuschlechter bist als ich, Du siehst wohlgenährt und zu-srieden ans. Ich will es auch kiinueu,
Mönch: Beichtet so bald als möglich! Sonst würgtEuch die Verzweiflung.
Margarethe: Ich beichte, Priester. — EinenRat geb ich: Geh' nicht in den Beichtstuhl, wann ich
meine Sünden bekenne; Tu kämest vor Enisetzeu--
(sie unterbricht sich mit gellendem Lachen:) Ihr Heuchler-seelen seid schlechter als ich und seid glücklich! (säneiend )Mönch, das will ich auch könne»! —Ich will glück-lich seilt und leben! Hörst Tu? — Glücklich
sein und leben! —---(zieht einen Dolch ans ihrem
Gewände:) Da! Nimm! — Ten Dolch trage ich bei mir,seit ich das erste Mal unglücklich war Jetzt ist's aufdem Gipfel! — O, ich bin feige, elend feige! Abermir bangt, ich konnte mich aufraffen und mich töten.Und ich will glücklich sein und lebeu! — —Nimm den Dolch, Mönch! — — und morgen —aus Wiedersehen im Beichtstühle, (rasch ab.)
Mönch: Gnädige Frau! — (will ihr folgen: bleibtstehen und betrachtet den kostbaren Griff des Dolches; für sichmurmelnd:) Eingelegt mit edeln Steinen! — — Zwan-zig Dukaten giebt mir der Jude dafür! (ab.)