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Die Währungs-Debatte im englischen Unterhaus vom 17. März 1896
Entstehung
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kundgebende Ansaiumluug von Reichtum ans dem Jahre 187Z gegen diejenige von 1895. Erwäge» Sic, was der Schatzkanzler über die Lageunserer Finanzen gesagt hat! Sieht alles das so aus, als >väre nnserWährnngsspstem seit 23 Jahren ein falsches geivesen, und als hättenHandel und Industrie abgenommc»? Blicken Sie aus den Tonneugehaltunserer Schisse, der sich iu kaum glaublicher Weise vervielfältigt hat!Blicken Sie aus die Zunahme unserer Baugesellschaften, ans das Anwachsender sür Lebensversicherungen gezahlten Prämien (Hört!). Der steigendeFortschritt des Wohlstands widerlegt alle Ihre Behauptungen!

Was verlangt man nun von uns in dieser Resolution: Durch eininternationales Uebercinkommen soll eine stabile Parität zwischen Gold-nud Silbermüiize» hergestellt werden. Im Jahr 1892 schlug die ameri-kanische Regierung eine Relation sür die Ansprägnng von Silber vor.Der frühere Schatzkauzier lehnte cs ab, auf einer solchen Basis an einer>tousereuz teilzunehmen. Dann kam die Brüsseler Konferenz, wo die über-iviegende Stimmeuzahl so sehr gegen den internationalen Bimetallismuswar, daß es die Bereinigten Staaten, welche die Konserenz einbernseuhatten, aus eiue Abstimmung nicht ankommen besten. Die Bertagnng,welche beschlossen wurde, erfolgte, nmnach einem Uebereintommen zusuche», welches iu keiner Weise die Grundlagen des Müuzwesens der ver-schiedenen Staaten berühre» solle." Tie Konferenz sollte erst wieder zu-sammentrete», wenn ei» geeigneter Borschlag gemacht werde» könne. Wo-her soll nn» ei» solcher komme»? Es wird allgemein angenommen, daßwir ihn nicht stelle» »verde», »»d wir siud auch nicht dazn bereit. Aberwenn dies geschähe, haben Sie überlegt, was cs etwa bedeuten würde, wcuumau dic Währung Großbritaniens der Beurteilung einer Kommission vonauswärtigen Mitgliedern überließe? sie gewissermaßen cmcm fremde» Snn-dikate »»vertraute? Sollen wir sür dic Währung eine Art Zollverein mitden großen militärische» Monarchien Europas ciugchcu? Das würdc wolltkeineglänzende Isolierung" sein! (Heiterkeit!) Unsere Kreuzer und Sce-lcutc dicucu dazu, den englischen Handel zn schützen. Dort aber würdenwir in der Minorität sein, und wenn man in jenem internationalen Smi-dikat, welches über unsere Währung entscheiden soll, einen Schlag gegenunseren Handel führen will, so wird dies viel wirksamer sein, als irgendein Angriff anf hoher See. Ich bitte, diese Sache sehr ernst zu erwägen.Der erwähnte Bericht der königlichen Gold- "»d Silberkommission sagt,daß wir gegenwärtig volle Handlnngssreiheit haben und in nichts vonden Maßregeln anderer Mächte abhängendieser Zustand vou Freiheitwürde aufhören, sobald wir einem internationalen Uebereinkommen bei-treten; die daraus entstehenden Gefahren würden noch schwerere werden,wenn i»a» iu dem Uebereintommeu, wie es sich wohl als nötig Herans-stellen dürfte, detaillierte Bestimmungen über das Münzwesen nnd dieinneren finanziellen Einrichtungen der verschiedenen Staate» aiisiielnnenwürde.

Mr. Bnlfour. War jener Bericht ein einstimmiger?

Sir W. Hlircourt. Wir können nicht innner einstimmig sein,selbst nicht bezüglich des Bimetallismns. ; Heiterkeit!) Und wer wärendenn die Mitglieder des Syndikats der Rationen, das über die WährungEnglands entscheiden nnd die Bedingungen für den Londoner Geldmarktfeststellen soll? Länder, die mit Silber überladen sind, mit dem sienichts anzusaugen wissen, ^dcr Länder, welche eine unbeschränkte Menge