nicht verschließen — den Franzosen und der Revolutionkeineswegs zugethan. Eine Minderheit, hervorgegangenaus den intelligentesten Schichten der Bevölkerung, war es,welche die Eroberer mit grenzenloser Begeisterung will-kommen hieß.'-) In diesen Kreisen war seit Jahrenalles daraus vorbereitet, die demokratische Taufe zu em-, pfangen, und die Verschiedenheit der Nationalitäten erschienkaum als ein Hindernis gegenüber dem Problem der Ver-schmelzung der beiden Rassen. Hierin vor allem weicht dieöffentliche Meinung der heutigen Zeit von der damalsherrschenden ab; es sei mir darum vergönnt, bevor ich znden Thatsachen übergehe, einen Augenblick bei der Er-klärung dieses Phänomens zu verweilen.
In jenen Zeiten des ersten Erwachens war die Frei-heit das wahre, das einzige Baterland. Von dieser Höheaus gesehen, vcrschwaudeu alle Verschiedenheiten des Bodensund der Sprache. Die Menschheit stand in der Fülle derJugend. Der Jugcud aber ist es eigen, nur mit demPrinzip bewassnct vorwärts zu gehen; jedes Zugeständniserscheint ihr moralisch unmöglich. Einem reiferen Altererst ist es vorbehalten, einzusehen, daß in dieser Welt derendlichen nnd begrenzten Wesen der Fortschritt in derRichtung vom Einzelnen zum Allgemeinen sich bewegt. DerPhilosoph, der die Gottheit nicht definieren wollte, weiljede Definition eine Verneinung enthielte, hat damit bloßseinen Atheismus eingestanden. Was existieren will, bedarfvor allen Dingen der Bestimmtheit; je schärfer ein Wesensich bestimmt, desto mehr behauptet und bethätigt es sich.Der entgegengesetzte Weg sührt nach dem Orient, in dieindische Welt, deren Ideal die Anfhebuug der Jndividua-
*) Man vergleiche meine Darstellung in der .,Nsvus Aoüsrns"vom 1. September 1865, ..Iss Kvmxatnies transaisss »rix KoräsSn Rtiin.'