lität ist, das Eintauchen derselben in die farblosen Flutendes Weltwesens.
Das Abendland hat sich in umgekehrtem Sinne ent-wickelt, sich durch die Freude am Detail zu immer größererMannigfaltigkeit differenziert. So erwuchs die moderneHerrschaft der Natur- und Sozialwissenschaften. DieWiederbelebung des Nationalitäts-Bewußtseins, welche wirüberall mit Händen greifen, gehört in denselben Gedanken-gang hinein. Sie bedeutet erstlich eine Rückkehr zur Natur,insofern als sie den vorhandenen, auf physiologische Ur-sachen gegründeten Rassen-Unterschieden das Recht einräumt,sich geltend zu machen. Zweitens liegt für das Indivi-duum, wenn es dahin gelangt, sich stärker zu betonen, dieNötigung vor, mit dem Ideal einer unbestimmten kosmo-politischen Vollkommenheit zu brechen. Die Völker desklassischen Altertums gehorchten diesem Gesetz bis zumAeußersten, so zwar, daß ein jedes nur seine eigene Natio-nalität anerkannte und die fremde mit Füßen trat. DieserSelbstüberhebung hatte ihr Genius jene Kraft zu ver-danken, deren Nachwirkungen so gewaltig durch zwanzigJahrhunderte hindurch bis in unsere eigene Mitte hinein-ragen. Es ist überflüssig, hinzuzufügen, daß diese Ueber-macht der Persönlichkeit sich nur auf Kosten der Humani-tären Empfindungsweise entwickeln konnte, und daß diewahre Lösung des Problems in der Anerkennung desgleichen Rechtes aller jener Nationalitäten besteht, die vonverschiedenen Richtungen her dem einen Ziele einer gemein-samen Kultur zustreben.
Indem das moderne Leben seine Oberfläche in ganzanderer Weise ausbreitete als das Altertum, sah es sichgenötigt, neue Stützpunkte im Detail zu suchen und in dasinnerste Wesen aller Dinge tiefer einzudringen. Aus dieseniGrunde sind die chemische Analyse nnd der Gebrauch des