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2 (1894) Charakteristiken
Entstehung
Seite
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logie entsprangen, sind auch jene erstaunlichen Arbeitenauf den Gebieten der Philologie, Archäologie, Chemie undPhysiologie zu verdanken, die der deutschen Wissenschaftden Ruhm gesichert habeu, die gewissenhafteste und un-ermüdlichste von allen zn sein.

Lux hat indessen mit diesem Geschlecht von Pionierennichts zu schaffen. Der im übrigen echt germanische Stamm,welcher das Rheinthal bewohnt, hat, sei es seinem Ursprung,sei es seiner örtlichen Lage nach, etwas Leichtes und Ober-flächliches in seinem Charakter, wodurch er sich einerseitsvor der Pedanterie seiner Landsleute bewahrte, währendes ihm andererseits versagt blieb, den großen Ernst, dieedle Tiefe bei sich zn entfalten, welche den Kern des deut-schen Wesens bilden; und Lux, wiewohl in einiger Ent-fernung vom Rheinthal geboren, hatte doch von früh anseinen Geist in dieser Luft genährt und gebildet. Er wardem Studium sehr ergeben, seine Lieblinge waren diealten Klassiker und die Franzosen seiner eigenen Zeit.Aus seinen Briefen, von denen ich einige im Auszuge gebe,geht hervor, daß er sich in der Philosophie einzig Rousseaus System angeeignet und dieses noch dazu besonders vonseiner pathetischen und sentimentalen Seite ergriffen hatte.Er trug sich mit Reiseplänen, richtete seine Augen erst aufEngland, daun auf Italien , mit der geheimen Hoffnung,über Frankreich zurückzukehren; aber seine eigenen Mittelgestatteten ihm die Ausführung dieses Vorhabens nicht,nnd die Verwandten seiner Frau wollten aus Anti-pathie gegen alles, was sich damals in Frankreich er-eignete, am wenigsten von einer französischen Reisehören, wie er selbst uns erzählt. Hier folge eine Stelleans devl Briefe, den er im Mai 1792 an den damals inEngland weilenden Freund richtete, den er hatte begleitensollen: